22. Juli 2022 / Aktuell

Landeseigene Flüchtlingsunterkunft in Bad Driburg - Bezirksregierung Detmold schafft 200 Plätze

Um Betreuung der Geflüchteten kümmert sich im Auftrag die Weberhaus Nieheim gGmbH

Landeseigene Flüchtlingsunterkunft in Bad Driburg Bezirksregierung Detmold schafft 200 Plätze

Detmold (22. Juli 2022). Die Bezirksregierung Detmold schafft in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Bad Driburg circa 200 Plätze. Dafür ist ein Umbau erforderlich. Nachdem zunächst landesweite Kapazitätsfragen zu klären waren, ist das sogenannte Rote Haus künftig weiterhin Teil der Einrichtungsplanung des Landes NRW. Bauherr ist die Weberhaus Nieheim gGmbH (Kolping) als Eigentümerin der Liegenschaft, die besonders für Familien geeignet ist. Vorbehaltlich der Erteilung der Baugenehmigung durch den Kreis Höxter sollen die Baumaßnahmen voraussichtlich im Juli beginnen.

„Das Rote Haus ist in der Zusammenschau mit dem bereits als Unterbringungseinrichtung genutzten Hauptgebäude besonders geeignet für die Schaffung von zusätzlichen Unterbringungsplätzen und bietet die infrastrukturellen Voraussetzungen“, sagt Jörg List, zuständiger Dezernatsleiter der Bezirksregierung Detmold. Aktuell wird das Gebäude nicht genutzt und umfasst neben Erdgeschoss und Keller drei Obergeschosse. Das Gebäude wird zunächst teilweise entkernt und anschließend umgebaut. Die Arbeiten am Roten Haus beeinflussen nicht den Betrieb der Zentralen Unterbringungseinrichtung im Haupthaus und im ehemaligen Schwesternwohnhaus. Nach Abschluss der Arbeiten verfügt das Gebäude mit insgesamt 4.400 Quadratmeter Bruttogeschossfläche über circa 65 Bewohnerzimmer sowie mehrere Gemeinschafts- und Schulungsräume.

Die Kapazität der ZUE beträgt nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen 500 Plätze (derzeit 300 Plätze). Aktuell wohnen 142 Schutzsuchende in der Unterkunft. Die Bewohnerschaft setzt sich aus 23 Nationalitäten zusammen.

Die im Land NRW für eine Unterbringung von Geflüchteten vorgehaltenen Kapazitäten werden durch die Bezirksregierung und das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW fortlaufend überprüft und den Bedarfen angepasst. Vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden Corona- Pandemie und steigenden Flüchtlingszahlen wurde bereits Ende letzten Jahres ein erhöhter Kapazitätsbedarf ermittelt, der auch durch die Erweiterung der ZUE in Bad Driburg gedeckt wird.

Die zielgerichtete und an den Schutzbedarfen ausgerichtete Unterbringung von Asylsuchenden in allen Landeseinrichtungen ist ein besonderes Anliegen des Landes NRW und im Landesgewaltschutzkonzept für Flüchtlingseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen (LGSK) verankert. Ausgewählte Landeseinrichtungen eignen sich in besonderer Weise für die Unterbringung vulnerabler Personen und Personengruppen. Hierzu zählen beispielsweise alleinreisende Frauen mit minderjährigen Kindern, LSBTIQ*-Personen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen und medizinischen Behandlungs- oder Unterbringungsbedarfen. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) Bad Driburg erweist sich aufgrund ihrer Lage, den Besonderheiten der Immobilie und mit Blick auf die Infrastruktur innerhalb und außerhalb der ZUE als besonders geeignete Einrichtung für die Unterbringung von Flüchtlingen mit psychologischem Unterstützungsbedarf. Da in allen Landeseinrichtungen eine möglichst heterogene Belegung angestrebt wird, werden auch in der ZUE Bad Driburg vulnerable und nicht vulnerable Gruppen weiterhin gemeinsam untergebracht werden.

Bei der kommunalen Zuweisung von Schutzsuchenden werden der Stadt Bad Driburg die im Roten Haus geschaffenen Plätze auf die Aufnahmequote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) angerechnet. Für die Stadt vermindert sich dadurch die Aufnahmeverpflichtung von Asylbewerbern um etwa 100 weitere Personen (derzeit 150). Bei einer Anerkennung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) werden die Bewohner der ZUE in Bad Driburg innerhalb des Landes NRW durch eine sogenannte Wohnsitzauflage verteilt. Beide Verteilverfahren organisiert die Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen ihrer landesweiten Zuständigkeit.

Trägerin der ZUE in Bad Driburg ist die Bezirksregierung Detmold. Um die Betreuung der Geflüchteten kümmert sich im Auftrag der Bezirksregierung die Weberhaus Nieheim gGmbH. Für die Sicherheit sorgt das Unternehmen PMC.

Quelle: Bezirksregierung Detmold

Fotos: EVE

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