
BU 1: Noroviren verursachen Übelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle. Sie verbreiten sich auch im Kreis Höxter von Mensch zu Mensch oder über verunreinigte Gegenstände. Foto: AOK/colourbox/hfr.

BU 2: Noroviren sind hochansteckend. Um eine Verbreitung im Kreis Höxter zu vermeiden, ist es wichtig, die Hände immer wieder gründlich zu waschen. AOK/colourbox/hfr.
Im Kreis Höxter sind die Norovirus-Infektionen angestiegen. Das teilte heute die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. Danach wurden im Jahr 2025 im Kreis Höxter insgesamt 155 Fälle gemeldet. Im Vorjahr waren es 135 Fälle. „Noroviren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Durchfallerkrankungen verantwortlich. Besonders für Kinder und ältere Menschen können die Erreger gefährlich werden. Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, ist es umso wichtiger, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.
Bei Magen-Darm-Erkrankungen viel trinken
Noroviren verursachen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Betroffene fühlen sich schwach und matt, haben oft Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich leichtes Fieber. Dann heißt es: Bettruhe einhalten, viel trinken und sich mit Schonkost begnügen. Damit ist die Infektion nach ein bis zwei Tagen meistens überstanden. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen. Sie können bei länger anhaltenden Durchfällen Kreislaufprobleme bekommen, da ihre Flüssigkeitsreserven geringer sind. Bei Durchfall und Erbrechen ist es daher wichtig, viel zu trinken. Um den Verlust von Salzen auszugleichen, sollte auf leicht verdauliche Nahrung mit ausreichender Salzzufuhr geachtet werden. Außerdem kann gegebenenfalls der Einsatz von Elektrolyt-Ersatzlösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.
Übertragung von Mensch zu Mensch
Infektionen mit Noroviren können das ganze Jahr über auftreten, wobei ein saisonaler Gipfel häufig in den Monaten Oktober bis März zu beobachten ist. Sie können von Mensch zu Mensch, über verunreinigte Gegenstände, aber auch über Lebensmittel übertragen werden. Die Erkrankten scheiden die Viren über Stuhl und Erbrochenem aus und übertragen sie hauptsächlich über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder verunreinigte Gegenstände. Im Rahmen eines schwallartigen Erbrechens können die Erreger auch über die Luft durch kleine Tröpfchen übertragen werden.
Hände waschen schützt
Um niemanden anzustecken, sollten die Betroffenen deshalb bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome möglichst abgeschirmt bleiben. Das heißt, sie sollten Kontakte mit anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren, eigene Handtücher und Hygieneartikel nutzen, wenn möglich auch eine eigene Toilette. Und: Kein Essen für andere zubereiten, da die Erreger auch an Lebensmitteln haften bleiben können. Auch auf Türklinken, Toilettensitzen, Treppengeländern, Handtüchern, Wasserhähnen und sogar Kleidungsstücken bleiben sie viele Tage lang infektiös. Eine grundlegende Hygienemaßnahme ist, ist das gründliche Händewaschen mit Seife zwischendurch und eventuell ein wirksames Desinfektionsmittel gegen Noroviren zu verwenden. Das RKI empfiehlt Produkte in der Wirkkategorie ‚begrenzt viruzid PLUS‘.
Hygiene auch bei Lebensmitteln
Auch Lebensmittel können mit Noroviren belastet sein und zu einer Ansteckung führen: Obst und Salat sollten daher gründlich gewaschen, gesäubert und geschält werden. Bereits zubereitete warme Gerichte vor dem Verzehr gut erhitzen oder einmal aufkochen lassen. Benutztes Besteck und Geschirr mit heißem Wasser und Spülmittel abschrubben oder ein entsprechendes Programm für die Geschirrspülmaschine auswählen. Räume regelmäßig lüften und bei der Pflege eines Erkrankten sowie bei Reinigungsarbeiten Einmalhandschuhe und Einmaltücher verwenden. Benutzte Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen.
Die Hygieneregeln sind auch dann noch zu beachten, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Denn die Viren werden in der Regel noch bis zu 14 Tage nach einer akuten Erkrankung mit dem Stuhl ausgeschieden.
Quelle: Jörg Lewe - Spezialist Presse Serviceregion - AOK NordWest
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