8. August 2026 / Aktuell

PM der AOK: Mehr Fehltage wegen Alkoholproblemen im Kreis Höxter

AOK warnt: Regelmäßiger Alkoholkonsum ist einer der wesentlichen Risikofaktoren

BU1: Alkoholkonsum schädigt die Wirtschaft im Kreis Höxter. Dadurch gingen im vergangenen Jahr 1.637 Arbeitstage bei AOK-Versicherten verloren. Das waren mehr als noch in 2024 mit 1.575 Ausfalltagen.

BU1: Alkoholkonsum schädigt die Wirtschaft im Kreis Höxter. Dadurch gingen im vergangenen Jahr 1.637 Arbeitstage bei AOK-Versicherten verloren. Das waren mehr als noch in 2024 mit 1.575 Ausfalltagen. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

BU2: Oft wird auch im Kreis Höxter einfach unbedacht zu promillehaltigen Getränken gegriffen. Deshalb ist es wichtig, ab und zu die eigenen Trinkgewohnheiten zu hinterfragen. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Alkoholprobleme verursachen im Kreis Höxter mehr Ausfallzeiten. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Danach gingen der Wirtschaft im Kreis Höxter im vergangenen Jahr 1.637 Arbeitstage allein bei AOK-Versicherten verloren. Das sind mehr als noch in 2024 mit1.575 Fehltagen. Die Dunkelziffer durch andere Diagnosen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit, ist nicht zu unterschätzen. „Das Trinken von Alkohol ist in unserer Gesellschaft fest verankert. Was viele als harmlosen Genuss abtun, kann jedoch gefährlich werden. Denn der regelmäßige Alkoholkonsum ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für zahlreiche chronische Krankheiten ", sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Auf Alkohol verzichten

Fakt ist: Eine Weile keinen Alkohol zu trinken, tut Körper und Seele gut und kann zu einem langfristigen veränderten Umgang mit Alkohol beitragen. Der regelmäßige Konsum von Alkohol wird gesellschaftlich oft verharmlost: Anstoßen mit einem Glas Sekt, eine Flasche Bier zum Feierabend oder das Gläschen Wein am Abend gehören für viele einfach dazu. Dabei werden sowohl die gesundheitlichen Risiken als auch das Suchtpotenzial häufig unterschätzt. So profitiert das Herz-Kreislauf-System schon von einer kurzzeitigen Abstinenz, ebenso der Magen und die Leber. Der Alkoholverzicht wirkt sich außerdem positiv auf Schlaf, Blutdruck, Konzentrationsfähigkeit und Körpergewicht aus. Außerdem wird das Krebsrisiko gemindert und das Immunsystem gestärkt.

Folgen von Alkohol werden in Kauf genommen

„Alkohol ist für viele Teil des täglichen Lebens“, so Wehmhöner. Die wissenschaftlichen Daten zeigen aber: Bereits der erste Tropfen birgt gesundheitliche Risiken. Alkohol ist ein Zellgift, das grundsätzlich alle Organe schädigen kann. Bis zum Alter von 25 Jahren reift unser Gehirn. Daher hat die Zuführung des Zellgifts Alkohol gerade auf die Bildung und Verknüpfung von Nervenzellen bis zu diesem Alter extreme Folgen. „Außerdem ist Alkoholsucht eine zerstörerische Krankheit mit weitreichenden Auswirkungen auf Gesundheit, Psyche, soziale Beziehungen und berufliche Perspektiven“, sagt Wehmhöner. Neben den kurzfristigen Auswirkungen von Alkoholkonsum, die Unfälle, Verletzungen und Gewalt begünstigen, erhöht er unter anderem das Risiko für die Entstehung von Krebserkrankungen, vor allem Brust- und Dickdarmkrebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck und Lebererkrankungen. Vor allem riskante Alkoholmengen und das Rauschtrinken verringern die Lebensqualität und erhöhen das Risiko für Krankheiten.

Empfehlung: Null Promille

Trotz dieser Folgen wird das Problem oft unterschätzt und tabuisiert. Grund dafür ist, dass Alkohol leicht verfügbar und der Konsum weitgehend gesellschaftlich akzeptiert ist. Häufig sind es auch äußere Bedingungen oder Befindlichkeiten, mit denen die eigenen Trinkgewohnheiten gerechtfertigt werden. So tragen Aussagen wie ‚Nach dem stressigen Tag habe ich eine schöne Flasche Wein aufgemacht‘ oder ‚Trink doch ein Bier mit, sei nicht so ungemütlich‘ dazu bei, dass der Konsum von Alkohol heruntergespielt wird. Daher ist es wichtig, das Thema Alkohol verstärkt in den Fokus zu rücken und die gesellschaftliche Verharmlosung kritisch zu hinterfragen. Nach den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) gib es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum. Die DHS empfiehlt daher, auf alkoholische Getränke möglichst zu verzichten. Wer dennoch alkoholische Getränke konsumiert, soll vor allem hohe Alkoholmengen vermeiden. Als risikoarm stuft die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen Alkoholkonsum von maximal ein bis zwei Gläsern Wein (280 ml) oder maximal ein bis zwei kleinen Flaschen Bier (660 ml) in der Woche ein. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten aber gänzlich auf Alkohol verzichten.

Quelle: Jörg Lewe - Spezialist Presse Serviceregion - AOK NordWest

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