14. September 2025 / Allgemeines

PM AOK: Gemeinsam das Leben mit rund 2.600 Demenzerkrankten im Kreis Höxter gestalten

Herausforderungen mutig annehmen

BU2: „Demenz – Mensch sein und bleiben“ ist das Motto des Welt-Alzheimertages am 21. September. Für rund 2.600 Menschen im Kreis Höxtergehört die Erkrankung zum Leben, ebenso wie für ihre Angehörigen

BU1: Das herausfordernde Verhalten demenzkranker Menschen ist nicht persönlich gemeint, bringt trotzdem auch Pflegende an ihre Grenzen. Es gibt Hilfestellungen, damit beide Seiten sich entspannen können. Foto: AOK/ colourbox/ hfr.

BU2: „Demenz – Mensch sein und bleiben“ ist das Motto des Welt-Alzheimertages am 21. September. Für rund 2.600 Menschen im Kreis Höxtergehört die Erkrankung zum Leben, ebenso wie für ihre Angehörigen und Pflegenden. Foto: AOK/colourbox/hfr.

„Demenz – Mensch sein und bleiben“. Das diesjährige Motto des Welt-Alzheimertages am 21. September erinnert daran, dass Menschen mit Demenz weiterhin Teil der Gesellschaft sind – mit all ihren Stärken. Oft herrscht die falsche Annahme, dass die Betroffenen „verschwinden“ und nichts mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen. Eine Demenzerkrankung verändert und nimmt nach und nach viele Dinge, die die Menschen früher konnten und wussten. Doch Gefühle wie Freude, Angst und Schmerz bleiben bis zuletzt erhalten. Nach aktuellen Ergebnissen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) lebten im Jahr 2023 im Kreis Höxter rund 2.600 Menschen mit dieser Erkrankung. Am häufigsten sind über 75-Jährige betroffen und tendenziell mehr Frauen als Männer. Eine Demenzerkrankung verändert das Leben der Betroffenen, aber auch das ihres Umfelds. Wer als Angehöriger oder auch als professionelle Pflegefachkraft die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen übernimmt, benötigt viel Kraft und Geduld. Wenn Demenzkranke aggressiv und laut oder gar handgreiflich werden, wird das auch als herausforderndes Verhalten bezeichnet. Das bringt Pflegepersonen bisweilen an die Grenzen. Hier gilt es, Verständnis und Einfühlungsvermögen zu zeigen. „Es hilft, sich bewusst zu machen, dass dieses Verhalten nicht persönlich gemeint ist, sondern Symptom der Erkrankung ist“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Herausforderndes Verhalten von an Demenz erkrankten Menschen sind Versuche der Erkrankten, sich mitzuteilen. Oft geschieht dies durch Schreien, Beschimpfen, Schlagen oder das Werfen von Gegenständen. Wenn versucht wird, die Perspektive der dementen Person einzunehmen, stellt sich das zunächst als 'störend' empfundene Verhalten oft als unverstandenes Verhalten heraus. Ängste, Überforderung, Missverständnisse oder auch unbewältigte Lebensthemen können hinter aggressivem Verhalten stecken. Eine störende Lärmkulisse, die fehlende Brille oder die Veränderungen in der Alltagsroutine können für die Betroffenen bedrohlich sein. Natürlich führen auch die krankheitsbedingten Veränderungen bei Menschen mit Demenz zu Frust und nicht selten zu Verbitterung.

Studien legen nahe, dass nicht-medikamentöse Maßnahmen - wie zum Beispiel Aktivitäten im Freien, Berührungs- oder Massagetherapien sowie Musik, wirksamer sind als eine pharmakologische Therapie. Wenn Medikamente eingesetzt werden, dann sollten sie in der geringstmöglichen Dosis über einen möglichst kurzen Zeitraum und unter engmaschiger Kontrolle verabreicht werden.

Was können Pflegefachkräfte oder Angehörige tun, um möglichst entspannt mit den täglichen Herausforderungen umzugehen? Eine Empfehlung lautet: Validieren. "Validation ist mehr eine Grundhaltung als eine Technik. Sie basiert auf Empathie, Bestätigung und Wertschätzung im Umgang miteinander", erklärt Wehmhöner. Es ist der Versuch, in die innere Welt von Menschen mit Demenz einzutauchen und Kontakt zu ihren Gefühlen aufzunehmen.

Die Pflegekraft oder die familiäre Pflegeperson kann aktiv auf die Ängste eingehen und zum Beispiel nachfragen, warum die fehlende Brille gerade jetzt so wichtig, die vermeintlich kleine Veränderung so bedrohlich ist oder das Bisherige so gut war. Durch so ein identitätsstiftendes Gespräch kann ein echter Kontakt zur pflegebedürftigen Person entstehen, der den erlebten Stress lindert. Auf keinen Fall sollte die oder der Erkrankte darauf hingewiesen werden, dass die Vorstellungswelt nicht der Realität entspricht. „Auch für die Pflegenden ist es entspannter, sich in die Situation einzufühlen, als zu korrigieren oder zu versuchen, das Verhalten zu unterbinden", so Wehmhöner.

Für pflegende Angehörige bietet die AOK NordWest spezielle Pflegekurse auch online an. Unter www.aok.de/nw/onlinepflegekurs findet sich ein Kursangebot im Chat explizit für die Pflege Demenzerkrankter ‚Dement oder nur vergesslich‘. Außerdem kann das Online-Selbsthilfeprogramm ‚Familiencoach Pflege‘ dabei helfen, die eigene Psyche zu stärken und sich vor Überlastung zu schützen.

Quelle: Jörg Lewe - Spezialist Presse Serviceregion - AOK NordWest

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