23. Januar 2026 / Allgemeines

PM der AOK: Gelenkschmerzen für 1.800 an rheumatoider Arthritis Erkrankte im Kreis Höxter

Erste Alarmsignale ernstnehmen

BU1: Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Abwehrsystem die Innenhaut der Gelenke angreift und zu Schmerzen, Gelenkschwellungen und Einschränkungen der Beweglichkeit f

BU1: Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Abwehrsystem die Innenhaut der Gelenke angreift und zu Schmerzen, Gelenkschwellungen und Einschränkungen der Beweglichkeit führt. Foto: AOK/ colourbox/ hfr.

BU2: Für rund 1.800 Menschen im Kreis Höxter ist rheumatoide Arthritis und ihre Symptome zum Alltag geworden. Durch eine frühzeitige Behandlung sind eine möglichst langanhaltende und weitgehende Entzündungs- und Beschwerdefreiheit sowie eine niedrige Krankheitsaktivität möglich. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Schmerzen in den Finger- und Zehengelenken, angeschwollene und morgens nach dem Aufstehen schwer bewegliche Gelenke (Morgensteifigkeit) sind die typischen Anzeichen für den Beginn einer rheumatoiden Arthritis. Es handelt sich um eine chronisch entzündliche systemische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Gelenke angreift. Dadurch entstehen Entzündungen, Schmerzen und langfristig Gelenkschäden. Nach aktuellen Ergebnissen einer AOK-Auswertung lebten im Jahr 2023 im Kreis Höxter rund 1.800Menschen mit dieser Erkrankung. Unbehandelt kommt es zur Zerstörung der Gelenke, was zu schwerwiegenden Behinderungen führen kann. Eine schnelle Diagnose ist wichtig, möglichst innerhalb von drei Monaten nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen. „Nach einer frühzeitigen Diagnose können sich Betroffene in dem neuen strukturierten Behandlungsprogramm ‚DMP rheumatoiden Arthritis‘ versorgen lassen. Ziel des Programms ist es, für die Betroffenen eine möglichst langanhaltende und weitgehende Entzündungs- und Beschwerdefreiheit sowie eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Betroffene können sich von DMP-teilnahmeberechtigten Praxen versorgen lassen. Dies sind neben Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie sowie für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzweiterbildung Rheumatologie. Disease-Management-Programme (DMP) sind für Versicherte kostenfreie strukturierte Behandlungsprogramme zur Versorgung von chronisch Kranken unter Beachtung bestimmter Kriterien. Ziel ist es einen möglichst langanhaltenden Rückgang, also eine nahezu vollständige Entzündungs- und Beschwerdefreiheit oder eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen und zu erhalten. Die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen soll dadurch verbessert und strukturelle Gelenkschäden vermieden werden. Die Funktionalität und Beweglichkeit werden verbessert, Begleiterkrankungen können adäquat behandelt und Schmerzen reduziert werden. Regelmäßige ärztliche Gespräche und die Behandlungskoordination durch die Praxis sowie Patientenschulungen sind die Bausteine des Programms. Auf der Internetseite der Bundesarztsuche www.arztsuche.116117.de sind teilnahmeberechtigte Praxen auch geografisch zu finden.

Neu ist das kostenfreie DMP für rheumatoide Arthritis. Die Krankheit geht mit Schmerzen, Gelenkschwellungen, Einschränkungen der Beweglichkeit und fortschreitender Gelenkzerstörung einher. Neben Gelenken können auch Sehnen, Bänder, Schleimbeutel und innere Organe befallen werden. Dadurch kann sich die Lebenserwartung Betroffener verkürzen. Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die meist im Erwachsenalter beginnt. Neuerkrankungen treten bei Frauen am häufigsten ab dem 55. Lebensjahr und bei Männern ab dem 65. Lebensjahr auf, aber auch zunehmend viele jüngere Menschen sind betroffen.

Die Gründe für das Ausbrechen der Autoimmunkrankheit sind noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch Faktoren, die sie begünstigen wie Alter, Geschlecht (Frauen erkranken häufiger als Männer) und die Gene. Personen, in deren Familie eine rheumatoide Arthritis vorkommt, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, ebenfalls zu erkranken. Bekannte Risikofaktoren, die Menschen selbst beeinflussen können, sind Rauchen und Übergewicht. Neben der medikamentösen Therapie können Betroffene selbst aktiv werden, indem sie mit Sport treiben, wie Rad fahren, walken oder Wassergymnastik. Bestimmte Alltagshelfer wie Stiftverdickungen, Glasöffner oder Griffe für Zahnbürsten können den Alltag erleichtern. Entscheidend ist es außerdem, wichtige Nährstoffe und Vitamine mit einer ausgewogenen Kost aufzunehmen: Dazu gehören viel frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Fisch, Öle und Kräuter.

Die AOK NordWest unterstützt hier auch mit dem Kursprogramm, in dem es Angebote zu Sport, Bewegung und Ernährung gibt. Weitere Infos unter www.aok.de/nw. Umfassende Hilfe zur Selbsthilfe bieten Betroffenen von rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Arthrose oder Fibromyalgie die Angebote der Deutschen Rheuma-Liga. Mehr dazu im Internet unter www.rheuma-liga.de.

Quelle: Jörg Lewe - Spezialist Presse Serviceregion - AOK NordWest

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