20. September 2021 / Aus dem Rathaus

Das für 2025 geplante Thermen – Hotel: Chance oder Risiko für Bad Driburg?

Meist positive Resonanz auf dieses, neben dem "Kurpark 2030", weiteren Leuchtturmprojektes

Das für 2025 geplante Thermen – Hotel: Chance oder Risiko für Bad Driburg?

Foto 1: Luftbild der Therme mit Parkplatz / Google Maps

Foto 2: Massemodell des Hotels zur Veranschaulichung der Lage und Größe

Foto 3: Ansicht des jetzigen Parkplatzes, welcher dem Neubau weichen muss.

Foto 4: Eingangsbereich der Driburg Therme

Bei der vergangenen 3. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Entwicklung am 01. September 2021 kamen neben der Vorstellung der neuen Webseite der Stadt , des Neubaus des Aldi-Marktes, des Sofortprogramms Innenstadt NRW mit seinem „Verfügungsfonds Anmietung“ auch noch einige andere wichtige Themen für die Zukunft der Kur- und Badestadt zur Sprache.

Eines der hoffnungsvollsten Themen ist das sogenannte „Thermen - Hotel“, welches, wie der Name schon sagt, direkt an der vorhandenen Therme angeschlossen werden soll und dann sowohl den Hotelgästen als auch den normalen Besuchern und Besucherinnen offen steht.

Die Driburg Therme macht, wie übrigens die meisten Schwimmbäder und Thermen in Deutschland, jedes Jahr ein sattes Minus, welches sich in Bad Driburg, bei ca. 100.000 Gästen jährlich auf 1 Million Euro beläuft. Dies bedeutet, dass jeder Gast mit 10 Euro seitens der Stadt subventioniert wird.

Um dieses Minus zum Wohle des Stadthaushaltes zu verringern und gleichzeitig die Nutzungsmöglichkeit der Therme zu behalten, plant die Stadt, dieses Thermen – Hotel von Investoren bauen zu lassen.

Geplant ist ein 3-geschossiges 4 Sterne Superior Hotel (Kat. 4+) mit 170 Zimmern und avisierten 30.000 jährlichen Übernachtungen. Zusammen mit einer Tiefgarage soll es unterhalb der Bahnlinie auf dem jetzigen Parkplatz entstehen. Die dadurch wegfallenden Parkplätze werden nicht komplett durch die Tiefgarage kompensiert, so dass die Stadt noch ca. 60 Parkplätze an anderer Stelle errichten muss.

Das Investitionsvolumen für das Hotel beläuft sich auf 16 - 18 Millionen Euro und würde, als geplantes Spa-Hotel ohne die Integration der jetzigen Therme, für den Investor noch um ein deutliches teurer.

Von daher ist es für den noch zu findenden Investor mit der bestehenden Therme, die dazu noch deutlich besser als ein „normales Spa“ ausgestattet ist, ein großer Vorteil, diese gleich mit zu nutzen.

Die für die Stadt beste Möglichkeit wäre der gleichzeitige Betrieb der Therme und des Hotels durch eine Betriebsgesellschaft, allerdings ist die Auswahl an solchen Unternehmen im Zuge der Pandemie deutlich kleiner geworden.

Infrage kommen neben der Paderborner Stork-Gruppe, die neben der Westfalentherme in Bad Lippspringe noch 3 andere Thermen betreibt, die „Monte Mare“ aus Rheinland-Pfalz, die bundesweit 10 Thermenhotels betreibt und als 3. die Schweizer Kannewischer AG, welche 6 Thermen in Deutschland betreibt, darunter die Vitasol-Therme in Bad Salzuflen.

Jedes dieser Unternehmen betreibt sowohl Hotel als auch Therme und ist auch finanziell in der Lage, solche Projekte zu errichten und zu betreiben.

Die Therme bleibt aber im Eigentum der städtischen Tochtergesellschaft und kann über z.B. 100 Jahre von der Betreibergesellschaft genutzt werden.

Bei einem veranschlagten Wert von ca. 20 Millionen Euro ist das Projekt dann auch rentabel.

Die Hotelgäste können über einen geheizten „Bademantelgang“ direkt in die Therme gelangen. Über entsprechende Tarife kann die Auslastung der Therme entsprechend gesteuert werden.

Sollte ein Hotelbetreiber die Therme nicht zusätzlich betreiben wollen, so bleibt noch die Möglichkeit des Weiterbetriebs durch die jetzige Gesellschaft und eine ungefähre Zahlung von 5 – 6 Euro pro Hotelgast/Tag für die mögliche Nutzung der Therme seitens des Hotels, so dass bei ca. 30.000 Übernachtungen das Defizit um bis zu 180.000 Euro jährlich verringert werden könnte.

Die Planung der Stadt ist lt. Bürgermeister Burkhard Deppe schon vor der Coronapandemie begonnen worden und es wurden schon erste Gespräche geführt. Die von der Stadt für dieses Projekt beauftragte, mit solchen Vorhaben vertraute GLC Glücksburg Consulting AG aus Hamburg, die u.a. durch ihren Vorstandsvorsitzenden Professor Martin Weigel vertreten wurde, sieht gute Chancen für den Bau.

Dazu soll in den kommenden Wochen ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden. Bereits im Sommer 2022 soll der Investor dann den Zuschlag bekommen und 2025 soll der Bau dann vollendet sein.

Auf der Ratssitzung am 04.10. soll bereits eine Grundsatzentscheidung fallen. Ebenso steht natürlich noch im Aufsichtsrat der Therme eine Entscheidung an.

Von der Politik wurde das Vorhaben durchaus positiv aufgenommen. Lediglich die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat äußerte diesbezüglich Bedenken und sieht im schlimmsten Fall eine weitere Bauruine in Bad Driburg. Sie präferiert eher ein sogenanntes „Kinderhotel“, welches speziell auf Familien mit Kindern zugeschnitten ist (Pressemitteilung dazu folgt).

Positive Signale gab es hinsichtlich des Therme Hotels durch das SPD-Fraktionsmitglied Detlef Gehle: „Wir haben Bedarf an Hotelbetten im oberen Segment, können dadurch den Standort deutlich aufwerten und die Wirtschaft beflügeln“. 

Auch Marcus Graf von Oeynhausen – Sierstorpff sieht auf Nachfrage das geplante Hotel nicht als Konkurrenz zu seinem „Gräflicher Park Health & Balance Resort“ und fürchtet daher keine „Kannibalisierung“. 

Auch der Projektierer Professor Martin Weigel weiß aus Erfahrung durch ähnliche Projekte, dass durch zusätzliche Angebote die Nachfrage wächst; so wird erwartet, dass dadurch jährlich ca. 5 Millionen zusätzliche Kaufkraft nach Bad Driburg fließt, was auch zusätzliche Impulse auslösen wird.

Text/Fotos: EVE / Google Maps

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