30. Juli 2025 / Aus den Fraktionen im Stadtrat - Politik

PM der ÖDP: Droht Bad Driburg eine Flut-Katastrophe wie die Ahr-Flut?

Wanderung unter der Leitung von Robert Sammert und Martin Blumenthal um einen Einblick in den Zustand der Wanderwege und des Waldes zu bekommen

PM der ÖDP: Droht Bad Driburg eine Flut-Katastrophe wie die Ahr-Flut?

Droht Bad Driburg eine Flut-Katastrophe wie die Ahr-Flut?


Unter der Leitung von Robert Sammert und Martin Blumenthal verschafften sich

Mitbürgerinnen und Mitbürger am Sonntag, 27. Juli 2025 auf Einladung der ÖDP einen Einblick über den Zustand Driburger Wanderwege und unseres Waldes.

Um 13:30 Uhr startete die kleine Wanderführung an der Bushaltestelle am

Westfriedhof. Auch Tobias Tölle, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in Bad

Driburg, ließ es sich nicht nehmen mitzuwandern.

Der große Rahmen für die Ortserkundung war der Klimawandel und seine Folgen, die

sich bereits jetzt deutlich am Zustand des Waldes und vieler Wanderwege ablesen

lassen.

Ein erster Halt galt einer etwa 30-jährigen Hainbuche am Parkplatz des

Westfriedhofs. Diese Baumart wurde vor vier Jahren noch verstärkt angepflanzt,

weil man annahm, sie sei gegen höhere Temperaturen und zeitweilige

Wasserknappheit resistent. Jedoch hat der Baum, obwohl sein Standort ideal ist, nur

noch ca. 40 % der normalen Blattmasse und Robert Sammert, Baumkontrolleur der Stadt

Bad Driburg, geht davon aus, dass dieser Baum noch in diesem oder nächsten Jahr

abgängig sein wird.

Beim nächsten Halt an einem Abschnitt des Sachsenrings mit geringem Gefälle

konnten die Teilnehmer sehen, dass auf dem Weg fließendes Wasser bereits

vertiefte Rinnen ausgespült hat, durch die auch Gestein von der Höhe den Weg

hinabgeführt wird. Der neben dem Weg verlaufende Graben ist zugewachsen, an

manchen Stellen auch durch schwere Forstfahrzeuge verschüttet, so dass das

Wasser nur auf dem Weg herabfließen kann und ihn weiter ausspült. Auch seitliche

Abstiche fehlen, die dafür sorgen könnten, dass das Regenwasser in die Fläche

abgeleitet wird, wo es versickern und im Untergrund die Trinkwasserreserven

auffüllen könnte. Stattdessen fließt das Wasser von der Höhe des Eggekamms fast

ungehindert hinab in die Kanalisation, die bei Starkregen durch die mitgeführten

Steine und Erdmassen verstopft werden könnte, so dass Überflutungen begünstigt

würden.

Aber: Was ist der Grund dafür, dass selbst bei recht geringen Regenfällen das

Wasser von oben herabfließt? Hauptverantwortlich sind dafür die Kalamitätsflächen

auf dem Eggekamm, die nicht mehr genügend Wasser aufnehmen können.

Und wie kommt es zu dem zum Teil großflächigen Baumsterben? Zunehmende

Temperaturen und Trockenperioden schwächen die Bäume, die dann auch anfällig

werden für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Der Borkenkäfer ist also keineswegs die

Ursache für das Baumsterben. Robert Sammert konnte am Beispiel einiger Fichten

aufzeigen, dass ein Baum, der nicht unter Wassermangel leidet, sich der Schädlinge

erwehren kann, indem er harzt. Ursachen sind in der Tat der Temperaturanstieg und

die Trockenheit vieler Standorte.

Und so fließt das Wasser die Hänge und vor allem die Wege hinab, transportiert

Steine, Geröll und Erde talwärts und macht nach und nach selbst ausgezeichnete

Wanderwege schwer begehbar, wie die Wanderer besonders am Anstieg auf dem Dr.-

Hoffschulte-Weg oberhalb des Egge-Behälters feststellen konnten.

Zwei Teilnehmer, die gegenwärtig in einer Reha-Klinik weilen, meinten, dass der

Zustand der „ausgezeichneten“ Wanderwege wahrlich kein Aushängeschild für unsere

schöne Stadt sei.

Die bei dieser Wanderung gemachten Eindrücke lassen durchaus die Sorge als

berechtigt erscheinen, dass bei einem Starkregen-Ereignis wie an der Ahr im Sommer

2021 sich auch in Bad Driburg eine ähnliche Flut-Katastrophe ereignen könnte, zumal

auch am Eggehang immer noch neue Flächen versiegelt werden, die Zahl geschwächter

Bäume weiter zunimmt und nicht in ausreichendem Maße dafür gesorgt wird, dass das

den Hang hinabfließende Wasser in die Fläche geleitet wird.

Die Veranstaltung endete in der Sachsenklause, wo sich die Wandergruppe bei einem

guten Getränk und Riesenwindbeuteln stärken, über das Gesehene austauschen und

dabei gleichzeitig den schönen Ausblick über das Driburger Tal genießen konnten.

 

Martin Blumenthal 

Quelle: Petra Flemming-Schmidt - ÖDP-Fraktion im Rat der Stadt Bad Driburg

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