18. Januar 2026 / Aus den Parteien - Politik

PM: ÖDP zur DriburgTherme und InterSPA:

Gehen mehr Bürger baden oder geht Bad Driburg baden? -

PM: ÖDP zur DriburgTherme und InterSPA:  Martin Blumenthal

Foto: Martin Blumenthal

Wie im Mitteilungsblatt vom 9. Januar 2026 zu erfahren, ist die InterSPA als „markterfahrene[r] SPA-Betreiber weiterhin sehr an der DriburgTherme interessiert. Daher erwarten die Unterhändler der Stadt, dass die Attraktivität unserer Stadt durch eine hochwertigere und erweiterte Therme gemehrt wird und die Zahl der Thermenbesucher und Gäste der Stadt demnächst durch die Decke geht. Nebenbei könnte man hoffen, dass dadurch die Schuldenlast der Stadt verringert wird.

Fakt ist bisher: Die Therme hat seit ihrer Entstehung der Stadt ein jährliches Defizit von über einer Mio. Euro eingebracht. Dank des äußerst umsichtigen Managements der Therme seit der Übernahme durch Verena Reimann und ihr Team konnte in den letzten Jahren dieses Defizit verringert werden und die Zahl der Badegäste stieg sogar an – und das trotz, aber auch wegen eines Verzichts auf Neu-Investitionen!

Fakt ist weiterhin: ein „markterfahrener“ Investor wie die InterSPA ist ein Unternehmen, das sich im Markt gut behaupten kann, weil es gute Profite erwirtschaftet. Wohltätige Geschenke an eine hoch verschuldete Kommune gehören da nicht zum Geschäftsmodell. Von einer Informationsfahrt von Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses zu einem von der InterSPA betriebenen Therme in Wismar berichtet die damals teilnehmende Ratsherrin Petra Flemming-Schmidt von der ÖDP, dass die dort besichtigte Therme allein schon wegen ihrer Größe und des Angebotes mit der DriburgTherme in keiner Weise verglichen werden konnte und der dortige Bürgermeister mit seiner Kritik an der InterSPA nicht „hinterm Berg“ hielt. Diese Einschätzung teilten damals auch weitere Mitglieder des Aussschusses und des Rates.

Schon in jüngster Vergangenheit sind Verhandlungen mit für die Stadt wichtigen Unternehmen nicht unbedingt zum Vorteil der Bürger gewesen. Man denke da an den Dienstleistungsvertrag mit der UGOS, das dem gräflichen Unternehmen jedes Jahr mehr als 100 Euro pro Einwohner in die Kassen spült und trotzdem den Einwohnern keine Entlastung bei den Eintrittsgeldern in den Kurpark gebracht hat sowie an die teuer bezahlte, aber eigentlich unbezahlbare Wiesenquelle im Eggelandpark.

Fakt ist zudem: Der Investor streicht für die Erweiterung der Therme staatliche Fördergelder in der Höhe von 5 Millionen ein. Die Vergabe von öffentlichen Fördermitteln ist jedoch in der Regel stets mit einer Eigenbeteiligung der geförderten Kommune verknüpft.

Wie sehen nun die Pläne des Investors für die Erweiterung der Therme aus?  Darüber erfährt der Bürger nichts.

Welche Defizite muss die Stadt weiterhin ausgleichen, sowohl nach einem Vertrag mit der InterSPA als auch dann, wenn das Vorhaben scheitert? Auch darüber gibt es keine Information, was vielleicht der Tatsache geschuldet ist, dass die Verhandlungen noch geführt werden müssen.

Sicher ist jedoch, dass die Stadt auch weiterhin einen nicht unerheblichen Anteil an den Defiziten der Therme wird stemmen müssen. Und ein Defizit von über einer Million Euro pro Jahr wird auch durch eine Erweiterung unseres „Senioren-Planschbeckens“ nicht ausgeglichen werden können? Wie sonst ist zu erklären, dass trotz wiederholter und europaweiter Ausschreibung nur ein einziger Investor sich beworben hat? Und – um Missverständnisse zu vermeiden - eine Erweiterung der Therme zu einem Familienbad ist nicht vorgesehen!

Als Bürger unseres schönen Kurorts möchte man schließlich einige weitere Fragen geklärt wissen:

1. Wie sieht das Angebot der InterSPA aus? Bisher gibt’s dazu weder für den Bürger noch für die

    Stadtverordneten Informationen, obwohl im Kommunalwahlkampf Transparenz versprochen wurde.

2. Welche Kosten der Thermalbetriebs wird die Stadt weiterhin schultern müssen, obwohl sie nach

….dem Deal mit der InterSPA jeden Einfluss auf die Geschicke der Therme aus der Hand gegeben

     haben wird?

3. Wie ist die Einschätzung für einen erweiterten Besucherkreis der Therme in einer Region, in der

    das Angebot an Thermalbädern recht groß ist und die Bereitschaft, weite Wege für ein Bad auf

    sich zu nehmen, bestimmt nicht zunimmt?

4. Gibt es einen Alternativplan, falls das Vorhaben mit der InterSPA scheitert?

Mit einem Satz: Gehen künftig deutlich mehr Menschen in der Therme baden oder geht die Stadt Bad Driburg bei dem Deal baden, weil sie weiterhin hohe Defizite durch die Therme hat, aber keinen Einfluss mehr auf deren Geschicke? -Martin Blumenthal-

Quelle: Petra Flemming-Schmidt - 1. Vorsitzende ÖDP-Kreisverband Höxter-Lippe-Paderborn

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