Bildunterschrift: Oberst Dirk Garbowsky mit der Auszeichnung Schülerprinz diesmal Robin Görk
Interview Teil 2 mit dem Schützenoberst Dirk Garbowsky von der Schützenbruderschaft St. Fabian und Sebastian
Nachdem wir am 8. Juli bereits die ersten vier Fragen an Oberst Dirk Garbowsky richten durften, freuen wir uns, nun den zweiten Teil unseres Interviews präsentieren zu können. Dieses Mal zeigt uns der Schützenoberst auf dem aktuellen Foto sogar ein besonderes Stück: Die Schärpe für den Schülerprinzen oder die Schülerprinzessin (dieses Jahr Schülerprinz) – ein Ehrenzeichen, das bei der Jugend großen Stolz auslöst.
Doch wir wollen gar nicht lange drum herumreden und steigen direkt ein in den nächsten Teil unseres Gesprächs mit dem engagierten Oberst der Schützenbruderschaft.
In diesem Jahr hatte beim Kinderschützenfest im Jugendbereich Robin Görk das glücklichste Händchen beim Schießen. Somit gibt es 2025 einen Schülerprinzen.
Wann beginnt seine Amtszeit und bei was für Veranstaltungen darf er mit seinen beiden Adjutanten dabei sein?
Robin hatte damit nicht gerechnet, als bester Luftgewehrschütze der neue Schülerprinz zu werden und damit in die Fußstapfen von Carina zu treten.
Die Überraschung war ihm anzusehen – und sicherlich auch eine gewisse Unsicherheit, was ihn in dieser neuen Rolle erwarten würde. Doch mittlerweile spürt man deutlich seine Begeisterung und die Vorfreude auf das bevorstehende Jahr als Schülerprinz.
Seine Amtszeit beginnt offiziell mit dem Königsschießen am 26. Juli 2025. Im Rahmen der feierlichen Proklamation wird er dann zum Schülerprinzen ernannt.
Beim Schützenfest ist Robin natürlich mit seinen Adjutanten dabei und ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten. Bei auswärtigen Veranstaltungen steht es ihm frei, ob er teilnehmen möchte – ganz im Sinne der Freiwilligkeit und Freude an der Sache.
Seit 2018 bist du jetzt Oberst in Neuenheerse, wie motivierst du dich über das Jahr hinweg, wenn nicht immer alles reibungslos läuft?
Das Schützenwesen in Neuenheerse befindet sich in einem stetigen Prozess der Weiterentwicklung.
Natürlich läuft dabei nicht immer alles reibungslos – und auch Konflikte lassen sich nicht vollständig vermeiden. Doch genau darin liegt auch die Chance: innerhalb des Vorstandes werden alle wichtigen Themen offen im Gesamtvorstand besprochen und gemeinsam entschieden.
Mein persönlicher Anspruch ist es, Stillstand zu vermeiden und Schritt für Schritt voranzugehen. Es kann frustrierend sein, wenn man auf Widerstände stößt – das gehört dazu. Besonders wertvoll sind für mich die offenen und oft auch lebhaften Diskussionen, zum Beispiel bei unserer jährlichen Mitgliederversammlung. Sie helfen mir dabei, die unterschiedlichen Perspektiven aus der Mitgliedschaft in unsere Entscheidungen einzubeziehen.
Wichtig ist mir: Bei sachlicher Diskussion darf und soll jede Meinung gehört werden – auch wenn sie am Ende keine Mehrheit findet. Ein offenes Ohr für jede Sichtweise ist für mich unerlässlich.
Nur durch diesen offenen, konstruktiven Austausch können wir uns als Schützenbruderschaft weiterentwickeln – um auch in Zukunft ein lebendiger, fester Bestandteil unserer Dorfgemeinschaft zu bleiben.
Vor 10 Jahren warst du Schützenkönig in Neuenheerse, kurz zuvor gab es einen Führungswechsel. Du selbst warst vor 10 Jahren frisch gewählter Major. Hat sich aus deiner Sicht viel in der Schützenbruderschaft Neuenheerse entwickelt und gibt es in der Schublade schon neue Dinge, die angedacht sind, um die Bruderschaft weiter attraktiv zu halten?
Wie bereits erwähnt, befindet sich unsere Schützenbruderschaft in einem stetigen Weiterentwicklungsprozess.
In den vergangenen zehn Jahren ist sie spürbar offener geworden – ohne dabei die tragenden Grundwerte unseres Schützenwesens aus den Augen zu verlieren: Glaube – Sitte – Heimat.
Im Jahr 2025 ist es jedoch wichtiger denn je, den Anschluss an die gesellschaftliche Entwicklung nicht zu verlieren. Der „Geist der Zeit“ fordert von uns, gewisse Strukturen zu überdenken und, wo nötig, anzupassen.
Aus meiner Sicht hat sich die Komplexität vieler Aufgaben in den letzten Jahren deutlich erhöht. Das hat zur Folge, dass heute zahlreiche Frauen – wenn auch meist noch im Hintergrund – eine Vielzahl unverzichtbarer Aufgaben übernehmen, die der Vorstand allein gar nicht mehr stemmen könnte.
Aktuell liegt dazu kein konkreter Vorschlag in der Schublade, aber ich halte es für dringend geboten, die Frage der Aufnahme von Frauen in die Bruderschaft offen und sachlich zu diskutieren.
Wir schreiben das Jahr 2025 – Gleichberechtigung ist auf allen gesellschaftlichen Ebenen ein zentrales Thema. Das Schützenwesen tut sich mit diesem Wandel vielerorts noch schwer. Dennoch zeigt der Blick in andere Bruderschaften, dass eine Öffnung für weibliche Mitglieder nicht nur möglich, sondern auch bereichernd sein kann.
Wenn wir wollen, dass unsere Schützenbruderschaft lebendig und zukunftsfähig bleibt, müssen wir den Mut haben, solche Themen nicht auszuklammern, sondern aktiv in den Dialog zu bringen.
Was macht für dich persönlich den Zauber des Schützenfestes aus – und worauf freust du dich jedes Jahr besonders?
Unser Ehrenmal in Neuenheerse ist einzigartig – ein Ort mit besonderer Bedeutung, der seinesgleichen sucht.
Es ist immer wieder ein erhebender Anblick, wenn unsere Majestäten als Mittelpunkt des Schützenfestes auf dem Ehrenmal stehen und wir ihnen gemeinsam mit den Musikkapellen und den angetretenen Schützenkompanien die Ehre erweisen. Ein Moment voller Würde und Gemeinschaft.
Ganz persönlich freue ich mich jedes Jahr besonders auf den feierlichen Einmarsch in die Nethehalle – unter den mitreißenden Klängen von Preußens Gloria. Für mich als Oberst ist das immer ein Gänsehautmoment!
Auch die Zusammenarbeit mit dem Königspaar und dem Hofstaat ist etwas, das mir große Freude bereitet. Vom Königsschießen bis hin zum Schützenfest ist es eine intensive und ereignisreiche Zeit – geprägt von vielen Gesprächen, organisatorischen Abstimmungen, aber auch von geselligem Beisammensein. Ein ganz besonderer Moment ist für mich stets, wenn die Königin und die Damen des Hofstaats zum ersten Mal in ihren Festkleidern in die Öffentlichkeit treten – ein Augenblick, der dem Fest seinen feierlichen Glanz verleiht.
Neben den traditionellen Elementen wie der Schützenmesse, dem Zapfenstreich und der Ehrenmalfeier ist es vor allem das gelebte Gemeinschaftsgefühl, dass unser Schützenfest prägt. Der Spaß an den Festabenden, das gemeinsame Schützenfrühstück – all das macht unser Fest zu einem besonderen Erlebnis für das ganze Dorf.
So nun sind wir am Ende angekommen und der Oberst muss noch ein paar Vorbereitungen treffen, denn bald ist Königsschießen im Neuenheerse. In unserem nächsten Beitrag am Samstag werden wir uns noch einmal um den Jungschützenprinzen Dustin Brosig kümmern. Denn auch dieser wartet sehnsüchtig darauf seine Nachfolger kennenzulernen, denn Jungschützenprinz zu sein, das ist schon was besonderes.
Quelle: Tobias Kröger
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