Ein ganz besonders Konzert im Rathaussaal
Am Sonntag, den 9.November 2025 war im 2. Konzert der laufenden Saison der Bad Driburger Abonnementskonzerte das Ensemble Flautando Köln zum wiederholten Mal Gast. In der Besetzung mit Susanna Borsch, Susanne Hochscheid, Kerstin de Witt/Blockflöten sowie mit Ursula Thelen/Blockflöten/Gesang und mit Holger Schäfer/Gesang/Harfe/Blockflöte kam ein ausgefallenes Programm unter dem Titel „Licht und Finsternis – Von Himmelsglanz und Höllenfeuer“ zu Gehör. Der Titel schien auf den ersten Blick etwas schwer erscheinen und das gerade im November mit seinen stillen Gedenktagen, wo Tod und Vergänglichkeit eine große Rolle spielen. Es ging um den ewigen Kampf von Gut und Böse und um Engel und Teufel. Komponisten vom Mittelalter bis in unsere Zeit verstanden es meisterhaft, diese Kontraste und Gegensätze musikalisch darzustellen. Und solch einer Herausforderung hat sich ein Blockflötenensemble gestellt. Dazu sollte man sich vor Augen führen, dass die Blockflöte keineswegs ein Instrumente nur für Anfänger und musikalische Ersteinsteiger ist. In ihrer vielfältigen und unterschiedlichen Bauweise und Klangfarbe ist sie ein hochwertiges Soloinstrument und erfordert eine virtuose und erhabene spieltechnische Beherrschung von Interpreten. Der erste Teil des Programms stand unter der Überschrift „Der Teufel in der Musik – Von der Versuchung und dem Mythos des verbotenen Intervalls“. Mit dem verbotenen Intervall ist der „Tritonus“ gemeint, welcher in der Musik heute ein ganz normales Intervall ist. Jedoch war er früher lange verboten, weil er eine hörbare Spannung in sich trägt. Doch was wäre mit dem Verlauf der Musikgeschichte, wenn sich Komponisten nicht über Tabus hinweggesetzt hätten? Unter diesem Gesichtspunkt erklangen Werke von den Renaissance-Komponisten Guillaume de Machault (ein Kyrie) und Orlando di Lasso (eine Motette aus dem Buch „Hiob“). Diese Stücke von Ursula Thelen und Holger Schäfer vokal vorgetragen und vom übrigen Ensemble instrumental begleitet. Passend dazu wurde der Abschnitt mit Choral- und Kantatenmusik von J. S. Bach ergänzt. Danach rezitierte Holger Schäfer mit seiner warmen und tragenden Stimme passend zum Thema das Märchen „Lucifer und der weise Alte“. Es folgte der zweite Programmteil „Der Engel als Bringer der guten Nachricht“ mit Musik der Renaissance von Hans Leo Hassler und Jan Pieterszoon Sweelinck. Als kontrastreiche Ergänzung zur Alten Musik erklang das Stück „Stamoing Ground for Angles“ des Komponisten Willem Wander von Nieuwkerk (*1955). Nach der Pause folgte der Teil „Der Engel als Tröster“ mit Musik der Renaissance von Bernardino Borlasca, Adrian Willaert und von Tomás Luis de Victoria, vorgetragen in der Kombination vokal und instrumental. Der vierte und letzte Programmteil stand unter dem Titel „Der Sturz ins Höllenfeuer“ womit auf den Sieg der Engel Gottes über den Satan angespielt wurde. Es erklang von J. S. Bach die Dorische Toccata für Orgel im Arrangement für Blockflötenquartett sowie ein Fugenwerk aus dem Zyklus „Die Kunst der Fuge“. Beide Stücke wiesen in ihrer Tonsprache die entsprechende Dramaturgie auf. An vorletzter Stelle rezitierte Holger Schäfer den 2. Teil des Märchens „Lucifer und der weise Alte“ und begleitete sich dabei selbst eindrucksvollauf der Harfe. Das Programm endete mit dem Stück „Vuur“ (Feuer/2002) des Niederländers Pieter Campo für Blockflötenensemble.
Das zahlreich erschienene Publikum dankte den Künstlern mit herzlichem Applaus für diesen beeindruckenden Konzertgenuss.
Ein herzlicher Dank der Musikgesellschaft ergeht zudem an das Bad Driburger Musikhaus Hans Saake für die passende Ausleuchtung des Rathaussaals mit warmen und stimmigen Farben.
Dieses Konzert mit solch einem hochkarätigen und renommierten Ensemble war eine große Bereicherung der Konzertreihe.
Das nächste Konzert findet statt, ebenfalls im Rathaussaal Bad Driburg am Sonntag, den 18.Januar 2026 mit hochbegabten Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung in der Besetzung Violoncello und Klavier.
Quelle: Torsten Seidemann
Fotos: Hubert Meiners/Archiv Meiners
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