
Die beiden Förster Simon Warning und Moritz Wiese zwischen speziellen Baumschutzhüllen, die das Wachstum der jungen Pflanzen verbessern sollen und gleichzeitig vor Rehwild schützen. Foto: Stadt Nieheim/M. Schäfer

Die Wiederbewaldung auf einem guten Weg: Simon Warning und Moritz Wiese mit einer jungen Douglasie im Aufforstungsgebiet. Foto: Stadt Nieheim/M. Schäfer

Blick auf die neuen Flächen: Der Wald wird jünger, bunter und hoffentlich klimastabil für die Zukunft. Im Hintergrund noch die letzten Fichten. Foto: Stadt Nieheim/M. Schäfer
Holz- und Technologietage: Klimawandel bleibt Thema Förster zeigen Tapetenwechsel im Wald
Nieheim. Es bleibt ein Dauerthema: Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – auch für heimische Wälder. Steigende Temperaturen, längere Dürreperioden und extreme Wetterereignisse hinterlassen Spuren und schwächen das gesamte Ökosystem Wald. Ein großflächiger Tapetenwechsel steht an. Die Forstwirtschaft muss einen klimastabilen Wald für die Zukunft gestalten. Ein Generationenprojekt, das Zeit, viel Geduld und Aufmerksamkeit braucht. Wie der Waldumbau aussehen kann und wie nachhaltige Forstwirtschaft heute agiert, wollen die Förster Moritz Wiese und Simon Warning den Besucherinnen und Besuchern der Nieheimer Holz- und Technologietage am 6. und 7. September direkt vor Ort nahebringen. Geplant sind wieder informative Försterwanderungen.
Großes Interesse an Försterwanderung
Aufgrund der großen Resonanz vor zwei Jahren planen die beiden Förster der HOB Wald- und Naturraummanagement GmbH & Co. KG zum wiederholten Male, mit Interessenten durch den Erwitzer Forst zu wandern. In diesem Gebiet (800 Hektar) machen sie die Teilnehmer darauf aufmerksam, was sich im Wald verändert hat und welche Kulturen dort möglicherweise die besten Chancen haben, sich den negativen Folgen des Klimawandels entgegenzustemmen. Die Försterwanderungen beginnen an beiden Aktionstagen um 12 Uhr. Treffpunkt für den Shuttle ist der Wendehammer an der Straße Kupferschmiede. Eine Teilnehmerliste zur Anmeldung liegt am Stand der Waldexperten (Standnummer L16) aus.
Wichtig: Gutes und am besten hochgeschlossenes Schuhwerk ist vonnöten. Auch Spazierstöcke für den sichereren Halt sind empfehlenswert. Die Wege sind nicht barrierefrei und auch nicht für Kinderwagen geeignet.
Von der Monokultur zum Mischwald
Während die sogenannten Kalamitätsflächen (jene Waldbestände, die krank und schadhaft waren und für Freiflächen sorgten) rund um Holzhausen wieder aufgeforstet wurden und der Zuwachs auf einem guten Vormarsch ist, ginge es nun in den nächsten Jahren darum, „den Umbau von Buchen- zu Mischwäldern weiterzuentwickeln“, sagt Förster Moritz Wiese. Denn das Ziel sei es, von Monokulturen weg zu kommen und durch verschiedene Baumarten widerstandsfähigere Mischwälder anzupflanzen, die ein stabiles Ökosystem bilden und extremen Wetterereignissen trotzen können.
Buchen gelten als Auslaufmodell
„Das ist eine große Herausforderung für alle Forstleute in der Region, denn allein im Kreis Höxter bestehen fast 50 Prozent der Wälder aus Buchen“, so die Förster. In den Flächen des Forstbetriebes von Johann von der Borch habe man damit begonnen, Buchen aktiv zurückzunehmen und auch dafür zu sorgen, dass sie sich nicht weiter verjüngen. Denn die Prognosen für die Buche sind leider düster: Viele Bäume haben sich nicht nach den Trockenjahren nicht mehr erholen können, sodass diese Baumart auch in der Region seine Dominanz einbüßen wird.
Experimentieren mit neuen Arten
Welche klimaresistenten Pflanzen sind gefragt? „Wir befinden uns auf einem Experimentierfeld und müssen ausprobieren, welche Baumarten dort am besten klarkommen“, betont Moritz Wiese. Auch wenn Erfahrungen aus anderen Regionen vorliegen – nicht jeder Standort ist gleich. Im großen Stil kommen nun Lärche, Ulme, Berg- und Spitzahorn sowie Thuja in Verbindung mit Esskastanie und Küstentanne zum Einsatz. Der Umbau braucht allerdings viel Zeit. „Erste Erfolge kann man ja erst nach Jahrzehnten erkennen, wenn eine neue Baumartmischung richtig Fuß fasst“, sagt Förster Simon Warning. Hinzu komme, dass manche Erfahrungen mit neuen Arten wirklich erst nach vielen Jahren verlässlich ausgewertet werden können.
Wildverbiss – Gefahr für junge Bäume
Ein großes Thema – auch während der Försterwanderung – ist der Wildverbiss (das Abnagen von Keimlingen, Knospen und Trieben), der die positive Entwicklung junger Laubbäume erheblich verhindert. Forstwirte beklagen, dass es einfach zu viel Reh- und Damwild in den Wäldern gibt. Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen könnten sich die jungen Baumbestände erst gar nicht entwickeln. „Es muss zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Wildarten und dem Lebensraum Wald kommen“, sind die beiden Förster überzeugt.
Öffnungszeiten der Holz- und Technologietage: Samstag, 6. September, ab 11 Uhr, Sonntag, von 11-18 Uhr. Eintritt frei (ausgenommen Abendveranstaltung am Samstag)
Quelle: Theresa Trautmann - Stadt Nieheim - Amtsleitung Stadt- und Wirtschaftsförderung
©Stadt Nieheim/ M.Schäfer
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