Joseph Haydn „Die Schöpfung“ zur Saisoneröffnung.
Auf dem Programm im Auftaktkonzert zur 30.Konzertsaison der Bad Driburger Abonnementskonzerte stand am Sonntag, den 27.August 2023 das Oratorium „Die Schöpfung“ des legendären Wiener Klassikers Joseph Haydn.
Matthias Menze, 2. Vorsitzender der Musikgesellschaft begrüßte die Konzertbesucher/innen, geladene Gäste und dankte den Sponsoren und Mäzenen für ihre Unterstützung dieses Konzertes. Er verwies zudem darauf, das dieses Oratorium in Anbetracht der klimatischen und globalen Herausforderungen unserer Tage eine brisante Aktualität hat.
Diese Aufführung war zugleich das zweite Konzert im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Bad Driburger Musikgesellschaft mit der evangelischen Weser-Nethe Kirchengemeinde Höxter. Im Zuge der Planung des Projektes viel die Wahl passend zur Landesgartenschau schnell auf dieses bei Chorsänger/innen sehr beliebte Oratorium. Nach einer Probenphase mit dem Projektchor von 14 Monaten wurde das Oratorium am 26.08.23 in Höxter (Leitung: Florian Schachner) und am nächsten Tag in Bad Driburg (Leitung: Torsten Seidemann) zur Aufführung gebracht. Der Projektchor wurde im Frühjahr 2022 von beiden Chorleitern ins Leben gerufen. In ihm singen Chorsänger/innen aus verschiedenen Chören im Kreis Höxter und darüber hinaus und proben ein- bis zweimal im Monat für ein besonderes Konzertprojekt.
Als Solisten konnten Friederike Webel/Sopran, Florian Feth/Tenor (beide in Detmold ansässig) und der in Marienmünster ansässige Bariton Georg Thauern gewonnen werden. Der Orchesterpart wurde von dem freien Orchester „La Réjouissance“ mit Konzertmeister Gregor van den Boom/Detmold übernommen. Kreiskantor Florian Schachner/Höxter übernahm den begleitenden Part des Tasteninstrumentes am Cembalo. Mit „Die Schöpfung“ schrieb J. Haydn sein drittes Oratorium, das 1799 in Wien öffentlich uraufgeführt wurde. Es steht als Bindeglied von der vorangegangenen Oratorientradition von G. Fr. Händel zu den später folgenden Oratorien des 19. Jahrhunderts (unter anderem von Louis Spohr und F. Mendelssohn Bartholdy).
Deutlich wird dies z. Bsp. an dem Chor „Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier…“, welcher in seiner musikalischen Anlage und in seiner Fugentechnik durchaus Händel als Vorbild erkennen lässt. Weiterhin ist in diesem Oratorium der unter Haydn hochentwickelte Stil der sinfonischen Orchestermusik und der Einfluss der Oper erkennbar. Schon in dem einleitenden Orchestervorspiel wird mit beachtlichen musikalischen Mitteln das Chaos mit dem Übergang zum Licht unter Bezugnahme auf die Worte der Bibel (Genesis 1) dargestellt oder der heroisch majestätische Sonnenaufgang. In den Anlage von Rezitativen, Arien, Duetten und Terzetten (in den Solistenpartien) ist theatralisch und musikalisch der Einfluss des Musiktheaters (Oper) unverkennbar.
In Teil 1 des Oratoriums steht die Erschaffung der Welt aus dem Chaos heraus im Vordergrund. In Teil 2 wird die Erschaffung der Tierwelt und die des Menschen als Krone der Schöpfung besungen. In Teil 3 lädt Gott zum Rundgang durch die Schöpfung und zum Verweilen ein. Adam und Eva huldigen Gott mit Lob und Dank für die Schöpfung. Am Ende des Werkes steht kein Sündenfall wie in der Bibel, wohl aber ein mahnendes Wort im letzten Rezitativ an Adam und Eva gerichtet: „O glücklich Paar und glücklich immerfort, wenn falscher Wahn euch nicht verführt…“. Daran schloss sich der Schlusschor „Singt dem Herren alle Stimmen…“ mit einer bombastischen „Amen“ – Fuge an.
Die Resonanz des Publikums nach der Aufführung und in den Tagen danach war überwältigend.
Als Nachfolgeprojekt der Schöpfung ist die Aufführung des Oratoriums „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel Anfang September 2024 mit Aufführungen in Höxter und in Bad Driburg geplant.
Quelle: Musikgesellschaft Bad Driburg - Torsten Seidemann
Fotos: Hubert Meiners
Anzeigen - Klickt für mehr Infos:
Klickt hier drauf für mehr Infos und zum Download unserer Apps:

































