Eine musikalische und literarische Berührung mit Erhabenheit
Am Sonntag, den 27. Oktober 2024 war der Weltspitzenpianist Amadeus Wiesensee, geb. 1993 zu Gast in unserer Badestadt. Er folgte einer Einladung der Musikgesellschaft Bad Driburg e. V. und der Diotima Gesellschaft Bad Driburg e. V. Beide ortsansässige Kulturvereine veranstalteten dieses Konzert als gemeinsames Projekt mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Höxter eG. Dieser besondere junge Künstler hat eine sehr beachtliche Karriere und die Zusammenarbeit mit großen Orchestern, großen Dirigenten und bekannten Größen aus der nationalen und internationalen Kulturszene vorzuweisen. Neben der Musik studierte er Philosophie. Im Zusammenhang mit Philosophie und Literatur war es sein Wunsch, an dem Ort zu konzertieren, an dem der Dichter Friedrich Hölderlin einst glückliche Tage verbrachte. So führte sein Weg in den Gräflichen Park Bad Driburg. Dieses Konzert sollte bereits 2020 stattfinden, musste aber aufgrund von Corona verschoben werden und konnte nun stattfinden.
A. Wiesensee stellte sein Klavierabend unter den Tenor „Beethoven und Hölderlin – auf der Suche nach dem Erhabenen“. Dieser Titel versprach bereits im Vorfeld eine spannende Begegnung von Literatur und Musik.
Im Vordergrund standen die letzten drei Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven: Sonate E-Dur op. 109, Sonate As-Dur op. 110 und Sonate c-Moll op. 111. Diese entstanden im Zeitraum 1821 bis 1822. Beethoven revolutionierte in seinem Schaffen die Gattung „Klaviersonate“, in dem er sich über bisherige Formen und Gewohnheiten hinwegsetze und dabei in bislang ungewohnte und andere Klang- und Ausdrucksweisen vordrang. Dabei beschritt er Wege, die für künftige Generationen von Komponisten wegweisend waren. Hinzu kommt, dass diese Werke in Zeichen seines voranschreitenden Gehörverlustes entstanden. Bei diesen Sonaten ist allein die Ausdrucksweise an Formen und Charakteren sowie deren kompositorische Architektur etwas ganz besonders.
Was Beethoven für die Musikwelt seiner Zeit darstellte, war Friedrich Hölderlin für die Literatur.
Als grundlegende Gemeinsamkeit im Schaffen beider Giganten stand der Mensch im Mittelpunkt mit all seinen Sinnen, Gefühlen und Empfindungen. Einen gemeinsamen zentralen Aspekt nehmen in beider Werken Konflikte, das Aufeinandertreffen und Konflikten und deren Lösung ein.
Einfühlsam führte Amadeus Wiesensee das Publikum mit eigener Moderation in die Materie ein. Damit wurde es den Anwesenden leicht gemacht, dem zentralen Anliegen zu folgen und anzuvollziehen. Der Vortrag der Beethovenschen Klaviersonaten als Triptychon stellt an jeden Pianisten eine enorme künstlerische, persönliche und spieltechnische Herausforderung dar. All dies meisterte Wiesensee überzeugend mit Bravour. Für diesen gelungenen Abend mit solch einem Gesprächskonzert können beide Veranstalter und das interessierte Publikum sehr dankbar sein.
Quelle: Torsten Seidemann - Musikgesellschaft Bad Driburg
Fotos: Hubert Meiners - Archiv Meiners
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