25. August 2023 / Veranstaltungen

Forstamtsleiter Nikolas Osburg spricht über die Zukunft des Waldes

Holz- und Technologietage Nieheim: Mit neuer Strategie zu artenreichen Wäldern

Bildunterschrift: Gemeindeforstamtsleiter Nikolas Osburg ist am 2. September zu Gast auf den Holz- und Technologietagen, Foto: privat 

Bildunterschrift: Gemeindeforstamtsleiter Nikolas Osburg ist am 2. September zu Gast auf den Holz- und Technologietagen, Foto: privat 

Nieheim. Mit großem Engagement und viel Leidenschaft kümmert sich Nikolas Osburg mit seinem Team vom Gemeindeforstamt Willebadessen um die Zukunft des Waldes in der Region. Und da gibt es für den jungen Forstamtsleiter, der seit drei Jahren die Geschicke des Gemeindeforstamtes leitet, einiges zu tun. Denn insgesamt 13.500 Hektar an Waldflächen, hauptsächlich aus kommunalem Besitz aus dem Kreis Höxter, Kreis Paderborn und dem Sauerland (der Nieheimer Stadtwald ist seit Januar 2023 auch dabei), gehören inzwischen zu seinem Verantwortungsbereich. Der 32-Jährige ist am Samstag, 2. September, 11 Uhr, zu Gast während der Eröffnungsveranstaltung der Nieheimer Holz- und Technologietage auf dem Richterplatz. Auf dem dortigen Podium wird Nikolas Osburg über den Wiederaufbau und die Umgestaltung der Wälder sprechen. 

Stabil gegen Wetterextreme

Größtes Problem des heimischen Waldes: Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in der Region extrem, und die Schäden, durch Stürme, Trockenheit und durch Borkenkäfer entstanden, haben tiefe Spuren hinterlassen. Oberstes Ziel der Forstleute ist es nun, die vorhandenen Kalamitätsflächen („Freiflächen“) hin zu einem künftigen breitgefächerten, multifunktionalen Mischwald wieder mit klimaresilienten Pflanzen aufzuforsten. Die Wälder in der Region haben somit künftig die Möglichkeit, stabiler gegen extreme Wetterphänomene und aber auch gegen Schädlinge zu werden.

„Mehr als 30 verschiedene Baumarten haben wir im Portfolio, darunter viele heimische Baumarten sowie auch Gastbaumarten, machen die Mischung aus“, berichtet Nikolas Osburg. Dazu gehören die heimischen Eichenarten, Wildkirsche, Buche, Weißtannen, Kiefern, Elsbeeren, Douglasien, Küstentannen, Spitz- und Bergahorn und Lärchen. Ungefähr 90 Prozent der wiederaufzuforstenden Flächen der „Altmitglieder“ des Gemeindeforstamtes Willebadessen seien bereits aufgeforstet, so Nikolas Osburg. Dabei seien seit 2018 bis Januar 2023 mehrere Millionen Jungpflanzen in die Erde gekommen. Mit den Neuanpflanzungen auf den Flächen der „Neumitglieder“, wie zum Beispiel im Nieheimer Stadtwald, fahren die Förster erst im Frühjahr 2024 fort, da Schadholzernte und Kulturanpflanzungen, welche bereits durch das Regionalforstamt Hochstift angelegt wurden, erst einmal vorgehen.

Klimaresiliente Baumarten

Zwar wissen die Waldexperten nicht, ob die neue Strategie mit den klimaresilienten, artenreichen Wäldern aufgeht, doch: „Wir arbeiten auf Höchsttouren daran“, sagt Nikolas Osburg und ergänzt: „Bis jetzt sieht es ganz gut aus, den Baumartenwechsel in den ehemaligen Monokulturen aus der Nachkriegszeit im Wald hinzubekommen.“ Auch der Regen der vergangenen Wochen helfe dabei. Durch die Pflanzung einer breiten Mischung an Baumarten sei die Hoffnung groß, künftig den Ausfall einzelner Baumarten verkraften zu können. 

Für den jungen Forstamtsleiter ist es eine Herzensangelegenheit, die Bestimmungen des Waldes, die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen, auch in Zukunft „ganz gleichwertig zu bespielen“. Denn der Wald gilt als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, verbessert Luftqualität als Staub- und Schadstofffilter, senkt CO2, produziert Sauerstoff und wirkt ausgleichend aufs Klima. „Zudem ist der Wald beliebter und vielfältiger Erholungsraum für die Menschen vor Ort“, betont Nikolas Osburg. 

Nachhaltige Forstwirtschaft

Und: Im Sinne einer nachhaltigen Forstwirtschaft liefert dieser Naturraum nicht zuletzt den wertvollen und klimafreundlichen Rohstoff Holz für Industrie und Wirtschaft. „Wir müssen Wert darauflegen, unsere Waldflächen nach den Grundsätzen der Ökologie, Ökonomie und des sozialen Anliegens bewirtschaften.“ Durch die Nutzung von heimischem Holz können Holzimporte aus Entwicklungsländern grundsätzlich ausbleiben, da blickt Nikolas Osburg optimistisch in die Zukunft. 

Geplante Öffnungszeiten Holz- und Technologietage: Samstag, 2. September: 11.00-18.00 Uhr, Lichterfest (mit Eintritt): 19.00-1.00 Uhr, Sonntag, 3. September: 11.30-18.00 Uhr. 

Eintritt: Der Eintritt an beiden Tagen ist frei, Ausnahme: Lichterfest am Samstagabend. 

Weitere Infos und Anmeldung zu Vorträgen: Stadt Nieheim, Stadt- und Wirtschaftsförderung, Marktstraße 18, 33039 Nieheim, Tel.: 05274/982 150.

www.nieheim.de

Quelle: Theresa Trautmann - Stadt Nieheim - Amtsleitung Stadt- und Wirtschaftsförderung

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