14. April 2022 / Dorf- & Stadtgespräch

Tristan Süper Kandidat der FREIE WÄHLER im Gespräch

Dorf- und Stadtgespräch zur Landtagswahl 2022

Bad Driburg. Die Landtagswahlen in NRW stehen an. Zeit einmal in die Politik zu schauen. Wir haben heute in unserem Dorf- und Stadtgespräch Herr Tristan Süper 30 Jahre alt und Kandidat für die FREIE WÄHLER aus Bad Driburg- Neuenheerse im Gespräch. 

Frage: Sie sind jung und haben sich entschieden, in die Politik zu gehen. Was hat sie dazu bewegt, diesen Schritt zu gehen?

Tristan Süper: Mir persönlich gefällt die derzeitige Politik nicht. Daher entschied ich mich, anstatt nur sich darüber zu beschweren, selbst zu handeln und die Initiative zu ergreifen. Ich bin wertkonservativ, da ich mich für den Erhalt gewachsener lokaler und regionaler Traditionen nachdrücklich einsetze. Aber zugleich bin ich auch bürgerlich-liberal und trete für die Freiheit des Einzelnen ein.


Frage: Viele Bürgerinnen und Bürger denken, dass Menschen nur in die Politik gehen, um politisch Karriere zu machen. Was sind ihre Ziele?

Tristan Süper: Meine Partei und ich bekennen sich zu der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Meine Ziele sind solide Finanzen für unseren Kreis sowie Verlässlichkeit und Transparenz in der Politik.


Frage: Was interessiert sie am meisten an der Politik? Auf welche Themen werden sie ein Augenmerk haben?

Tristan Süper: Das gesamte Wahlprogramm der Partei FREIE WÄHLER ist auf den Kreis Höxter anwendbar. Es bestehen überall große Lücken. Als Beispiel nenne ich mal Gesundheit und Pflege, die professionelle berufliche Pflege stellt die größte Gruppe der im Gesundheitswesen Beschäftigten dar. Wichtig ist eine zielführende Neuausrichtung der Pflege und der dafür notwendigen Parameter. Hier gibt es bereits gute Ansätze aus der Pflegeberufskammer und dem deutschen Pflegerat. Wir FREIE WÄHLER setzen uns für eine adäquate und an dem tatsächlichen Bedarf ausgerichtete Personalbemessung in der Pflege ein. Dafür muss mehr Geld für Pflegeberufe bereitgestellt werden.


Frage: Kommen wir zu einer zentralen Frage. Wie sehen Sie die Digitalisierung in der Gesellschaft und den Einfluss der Politik auf die Zukunft der Digitalisierung?

Tristan Süper: Der Einfluss der Politik der Regierenden auf die Digitalisierung ist absolut mangelhaft. Die Netzpolitik unserer Partei stellt die Vorteile des Internets in den Vordergrund. Ich bin für den freien Informationsaustausch, die uneingeschränkte Interaktionsmöglichkeiten der Nutzer sowie die Schaffung von Transparenz. Die zunehmende Bedeutung der Informations- und Telekommunikationstechnologien führt zu neuen Verfahren und Möglichkeiten im Zusammenleben der Menschen. Die Digitalisierung betrifft aber auch die Verwaltung. Was nutzt ein Personalausweis mit digitaler Signatur, wenn es keine Angebote gibt, um diesen zu nutzen. Nicht jeder kann während der Öffnungszeiten in das Rathaus. Das Potenzial, was dahinter steckt, ist enorm. Mehr Digitalisierung führt zu Bürokratieabbau. Dies führt zu weniger Zettelwirtschaft und das wiederum ist gut für die Umwelt.
Ein weiteres Thema wäre der Breitbandausbau. Die Datenmenge im Internet wächst exponentiell. Übertragungsraten von 1.000 Mbit und mehr werden in ein paar Jahren der neue Standard sein. Der heutige Standard wäre 100 Mbit. Derzeit kann man aber froh sein, in manchen Gebieten 10 Mbit zu bekommen. Hier muss schleunigst nachgebessert werden. Entschuldigen Sie das Wortspiel, aber wir verlieren im wahrsten Sinne des Wortes den Anschluss.


Frage: Warum hat Deutschland ihrer Meinung nach so viele Probleme, um bei der Digitalisierung mit anderen Ländern mitzuhalten?

Tristan Süper: Ein Teil des Problems ist die derzeitige Politik der absoluten Ahnungslosigkeit. Deutschland wird von dem Rest der Welt förmlich abgehängt. Gerade der Mittelstand würde durch eine Digitalisierung profitieren. Ein großer Teil des Umsatzes wird im Bau- und Gastgewerbe durch diesen erzielt. Laut Statistischem Bundesamt sind 56 % der Erwerbstätigen in kleinen und mittleren Unternehmen tätig. (Stand 2022)Eine Digitalisierung könnte die Arbeit der Menschen in diesen Bereichen mehr als erleichtern und deutlich verbessern.


Frage: Auch in Bad Driburg gibt es viele Themen, die angegangen werden müssen. Dazu zählen unter anderem der Kurpark, ein marodes und leerstehendes Hochhaus, hohe Ausgaben in der Stadtkasse. Wie zufrieden sind sie mit der Politik in Bad Driburg?

 

Tristan Süper: Das einzig gute, was nach langer Zeit mal passiert ist, ist das der letzte Haushaltsplan abgelehnt wurde. Wäre dieser genehmigt worden, wären viele Steuergelder verschwendet worden. Wie es sonst auch immer der Fall war.
Wir FREIE WÄHLER verstehen uns als Anwalt der Kommunen. Die im Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung wollen wir mit neuem Leben füllen, denn diese besteht nur auf dem Papier. Es benötigt einen wesentlich höheren Entscheidungsspielraum in kommunalen Angelegenheiten. Um auf die Belange der Menschen vor Ort eingehen zu können, müssen Städte und Gemeinden gestärkt werden.


Frage: Was muss sich ihrer Meinung nach ändern und welche Themen müssen dringend besprochen werden, damit für Bad Driburg in eine gute Zukunft starten kann?

 

Tristan Süper: Eine Abschaffung der Straßenausbaubeiträge nach dem kommunalen Abgabengesetz NRW. Das ist mehr als überfällig. Zudem mehr Bürokratieabbau. Sinnvolle Normen, eine effiziente Verwaltung und leicht verständliche Regelwerke gestalten das Leben einfacher.


Frage: Bad Driburg lebt vom Tourismus, hat aber enormen Nachholbedarf zu vielen anderen Städten und Regionen. Wie kann der Tourismus gestärkt werden? Wir sehen den Tourismusbereich als Zukunftsbranche.

Tristan Süper: Hier würde ich mit der UWG/CWG Kreisverband Höxter e.V eng zusammenarbeiten. Diese unabhängigen Wählergemeinschaften sind ein starker Partner der Partei FREIE WÄHLER. Die Wählergruppen befinden sich nur auf kommunaler Ebene und wissen am besten, was für ihre Heimat am besten ist. Die UWG/CWG hat schon oft bewiesen, dass es mit Fördermaßnahmen eine positive Entwicklung im touristischen Bereich unserer Region gegeben hat. Daher setze ich mich für einen Ausbau des Radwegenetzes ein. Der Kreis Höxter wird dann in Zukunft als Fahrrad- und Wanderparadies angesehen werden. Zu der nächsten Kommunalwahl werde ich zudem persönlich die UWG/CWG, da es ein Verein ist, verstärken und selbst als Kreistagskandidat antreten, um die bestehende Fraktion zu verstärken.


Frage: Es gibt viele Leerstände in der Bad Driburger Innenstadt. Wie könnte Ihrer Meinung nach die Innenstadt attraktiver werden und wie könnten wieder mehr Leute davon überzeugt werden, vor Ort einzukaufen?

 

Tristan Süper: Pop-up-Stores. Sprich befristet betriebene Ladenkonzepte. Übergangsweise leerstehende Verkaufs- und Lagerräume werden flexibel für einen kurzen Zeitraum angemietet. Um auf einer kleinen Präsentationsfläche Marken und Produkte zu vermarkten. Ziel ist es, mit vertriebsorientierten Pop-up-Stores den Umsatz anzuregen. Zum Beispiel der Abverkauf von Saisonwaren von Mode und Bekleidung. Dies kann zum Saisonstart oder auch zum Saisonende von Kollektionen mit rabattierten Angeboten und Restlagerbeständen befeuert werden. Aber ein Pop-up-Store kann auch für eine Präsentation eines neuen Sortiments oder Produkts genutzt werden.
Jetzt nur als Beispiel könnten Besucher von dem Pop-up-Store, der als Showroom genutzt, wo keine unmittelbare Produktmitnahme vorgesehen ist, die Ware noch vor Ort online über das Einscannen eines QR-Codes bestellen.
Verschiedene Ladenkonzepte können so unter realen Bedingungen getestet werden, bevor man eine langfristige Investition in eine stationäre Finalisierung investiert. Gerade für Jungunternehmer ist dies interessant. Eine optimale Erprobung zum Beispiel für Standortkonzepte liegt hier vor und erleichtert somit den Einstieg in den stationären Handel, der mit dieser Konzeptart getestet werden kann. Mit diesem Projekt könnten auch unkonventionelle Randlagen mit einem Pop-up-Store Konzept erprobt werden.


Frage: Auch an sie stellen wir die letzte Frage zur Zukunft von Bad Driburg. Was wünschen sie sich für die Zukunft ihrer Heimatstadt und der Region?


Das jedes Kind eine gleiche Chance bekommt. Was zudem jedem Kind zusteht. Egal, aus welcher sozialen Schicht es stammt, und egal, wo der Schwerpunkt seiner Begabungen liegt. Bildung muss in das Leben vor Ort eingebettet sein.

------ Ende-----

Wir bedanken uns bei Tristan Süper für das Gespräch. 

 

Die Kandidaten der anderen Parteien können sich wegen einer Interviewanfrage auch jederzeit an uns wenden: 

Mobil/WhatsApp: 0171/9610661 Mail: info@unser-bad-driburg.de

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