KULTURELLES ERBE
"Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesang mir,
Daß williger mein Herz, vom süßen
Spiel gesättiget, dann mir sterbe"
Friedrich Hölderlin schrieb diese Verse in Erinnerung an die glückliche Zeit, die er 1796 mit Susette Gontard, der „Diotima“ seiner Dichtung, im Bad zu Driburg verlebte. Hölderlin begleitete als Hofmeister/Hauslehrer Susette Gontard und ihre Kinder auf der Flucht vor den französischen Soldaten, die drohten in Frankfurt einzumarschieren. Die verheiratete Bankiersgattin war die Muse Hölderlins und unterstützte ihn beim Schreiben des „Hyperion“, eines Briefromans. Man vermutet, dass sie nicht nur eine platonische Liebe verband. Sechs ungestörte Wochen durften Hölderlin und Susette Gontard hier verbringen.
In Bad Driburg scheint Hölderlin den idealen Ort gefunden zu haben, nach dem er sich so gesehnt hat. Hölderlin und Susette Gontard sind sich vorher oder nachher nie so nahe gewesen.
Die Figur der „Diotima“ findet sich erstmalig in Platons Dialog „Symposion“. Darin erklärt sie Sokrates das Wesen der Liebe. Hölderlin übernahm den Namen „Diotima“ in seinen Gedichten und in seinem großen Briefroman „Hyperion“. Auch Annette von Droste-Hülshoff hielt sich mehrmals zur Kur in Bad Driburg auf. Sophie von La Roche, Fürstin Amalie von Gallitzin und Viktor Klemperer waren einige der Gäste vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Um das kulturelle Erbe Bad Driburgs lebendig zu halten und weiterzuentwickeln, wurde im Jahre 2004 die Diotima Gesellschaft e.V. von der Stadt Bad Driburg, der Touristik GmbH und der Familie Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, als Besitzerin des Gräflichen Parks, gegründet.
Eva Demski, Judith Herrmann, Navid Kermani, Prof. Hellmut Karasek, Martin Mosebach, Albert Ostermaier, Rüdiger Safranski, Dr. Eckart von Hirschhausen, Armin Mueller-Stahl, Alexandra Kamp, Ildikó von Kürthy, Jan Weiler, Andrea Sawatzki, Feridun Zaimoglu, und viele andere Autoren, Schauspieler und Musiker sind schon Gäste im Gräflichen Park gewesen.
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