26. Januar 2022 / Dorf- & Stadtgespräch

Neuenheerse: Bezirksausschussvorsitzender Thomas Arens im Gespräch

Das Dorf- & Stadtgespräch in unserer Region Bad Driburg

Thomas Arens Bezirksausschuss Vorsitzender Neuenheerse

Bildunterschrift: Bezirksausschussvorsitzender Neuenheerse - Thomas Arens 

"Unser Bad Driburg" möchte es wissen, was bewegt unsere Region, was ist los in den Dörfern und in der Stadt Bad Driburg. Zusammen informieren wir unsere Region. In unserem Stadt & Dorfgespräch schauen wir heute nach Neuenheerse.

"Ein Dorf mit Zukunft, dass für junge Familien attraktiv ist und ebenso für den Touristen interessant ist. So würde man sich gerne aufstellen. „Unser Bad Driburg“ Redakteur Tobias Kröger hat dem Bezirksausschussvorsitzenden Thomas Arens ein paar Fragen zur Zukunft von Neuenheerse gestellt.


Frage: Mit dem Erhalt der Grundschule hat Neuenheerse den richtigen Schritt gemacht, um attraktiv für junge Familie zu bleiben. Wie wichtig wird die Grundschule für die Zukunft sein, wenn es darum geht, junge Familien nach Neuenheerse zu bekommen?

Thomas Arens: Die Gründung der privaten Grundschule St. Walburga durch Neuenheerser Bürgerinnen und Bürger war ein mutiger, wichtiger und richtiger Schritt für die Zukunft unseres Ortes. Jedoch geht es hier neben der Attraktivität des Ortes für junge Familien um viel mehr. Die Schule wird getragen von der gesamten Bevölkerung. Das ist ein starkes Zeichen für eine gute Dorfgemeinschaft und Identifikation mit dem Heimatort. 
Die Grundschule hat ein hervorragendes pädagogisches Konzept, welches den gesamten Ort und viele Vereine und Institutionen mit einbindet. So besuchen die Kinder nicht einfach nur eine Dorfschule, sie wachsen mit uns in unserem Dorf auf und schlagen hier Wurzeln. 
Das ist die Grundlage für ihr (hoffentlich) späteres Engagement für und in ihrem Heimatort.

 

Frage: Neben der Grundschule verfügt Neuenheerse auch über einen Kindergarten und ein Gymnasium. Wie beurteilen Sie diese Situation für die Zukunft der Ortschaft?

Thomas Arens: Wo gibt es so etwas schon? Ein Dorf, in dem von der frühkindlichen Bildung über die Grundschule bis zum Abitur am Gymnasium alles geboten wird. Kurze Beine – Kurze Wege.
Und dabei sind beide Schulen in privater Trägerschaft. Das bedeutet für die Träger auch eine große finanzielle Anstrengung. Wir dürfen also nie Müde werden als Neuenheerser für „unsere Schulen“ einzutreten. Sei es bei der finanziellen Unterstützung oder wenn es darum geht mit anzupacken. Bei handwerklichen Tätigkeiten oder Mitarbeit in Elterngremien und Vorständen.
Hilfe ist immer gerne gesehen. 
Außerdem kaufen die Eltern der auswärtigen Schulkinder und das Personal der Schulen auch häufig im Neuenheerser Einzelhandel ein. Eine nicht zu unterschätzende Kaufkraft die die vorhandenen Läden stärkt! 
Die Zukunft unserer Bildungseinrichtungen ist also eng verzahnt mit der Zukunft unseres Ortes.

 

Frage: Ein Bäcker, ein Metzger und ein Landgasthaus sind in Neuenheerse vorhanden. Leider verfügt das Dorf nicht mehr über einen Lebensmittelladen. Wie sehen Sie die Situation, ist das ein Nachteil für das Leben auf dem Dorf? (Auch aus der Sicht der älteren Bevölkerung)

Thomas Arens: Neben den drei oben genannten hat Neuenheerse in Sachen Nah-Versorgung noch viel mehr zu bieten!
Ein vielseitiges Angebot an Handwerkern und Dienstleistungen gehört natürlich auch zu einer guten Infrastruktur. Die Schließung des Lebensmittelmarktes vor ca. 4 Jahren war ein großer Verlust für das Dorf, aus Sicht der damaligen Betreiber allerdings nicht zu ändern. Ein Lebensmittelmarkt im Ort ist sicher wünschenswert, aber ich würde das Fehlen nicht als Nachteil für das Leben auf dem Dorf bewerten.
Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, nicht nur durch den Online-Handel. Noch vor ein paar Jahrzehnten gab es in Neuenheerse fünf (!) Lebensmittelläden bei ähnlicher Einwohnerzahl. Die hätten heute wirtschaftlich keine Chance mehr.


Frage: Wäre es möglich, ähnlich wie in Dringenberg einen Dorfladen für Neuenheerse wieder auf die Beine zu stellen? Wie schätzen Sie diese Möglichkeit ein?


Thomas Arens: Möglich ist alles! 
Dringenberg hat es geschafft, einen durch Bürgerschaftliches Engagement getragenen Dorfladen zu betreiben. Der Vorteil in Dringenberg war, dass die Schließung des privat betriebenen Lebensmittelmarktes nahtlos und in den gleichen Räumlichkeiten als Dorfladen betrieben wird. Den Übergang haben die Bürgerinnen und Bürger kaum gemerkt. 
Das ist in Neuenheerse anders. Der Lebensmittelladen hat schon seit mehr als vier Jahren zu. Das Gebäude wird neu genutzt. Das Einkaufverhalten hat sich geändert und die Menschen kaufen nun in den umliegenden Ortschaften ein. Diese Käufer wieder zurück zu holen ist sehr schwierig.
Außerdem müssten sich auch hier wieder Mitbürgerinnen und Mitbürger engagieren. Wir haben in Neuenheerse schon eine Vielzahl von Förder- und Betreibervereinen. Ich glaube nicht, dass da noch viel Luft ist sich einer solchen Herausforderung ehrenamtlich zu stellen.


Frage: Wo könnte eventuell ein Dorfladen entstehen? Das ehemalige Gebäude, wo sich der Lebensmittelladen befunden hat, steht ja nicht mehr zur Verfügung.


Thomas Arens: Ein Lebensmittelmarkt sollte möglichst an zentraler Stelle im Ort sein. Im Moment sehe ich da keine Immobilie die frei wäre oder in absehbarer Zukunft zur Verfügung stünde. 
Vielleicht muss man aber auch einen solchen „Dorfladen“ komplett neu denken. 
Mobil? Online? Lieferdienst? …
Neuenheerse hat schon häufig gezeigt, dass man sehr innovativ sein kann.


Frage: Historisches Wasserschloss, historische Stiftskirche, ein wunderbarer Stausee und eine wunderschöne Landschaft laden Touristen ein, nach Neuenheerse zu kommen. Wie wichtig ist der Tourismus für die Ortschaft Neuenheerse und für die Stadt Bad Driburg?


Thomas Arens: Der Tourismus mit vielen Übernachtungsgästen ist in Neuenheerse Geschichte. 
Doch gerade der Tagestourismus ist für Neuenheerse wichtig. Viele Wanderer, Radfahrer, Busreisende oder Gäste die in Bad Driburg übernachten besuchen unseren schönen Ort. Davon profitieren Einzelhandel und Gastronomie. Bad Driburg als Kurort bewirbt neben anderen Ortschaften gerade auch den historischen Ortskern von Neuenheerse und den Erholungspark rund um den Stausee.


Frage: Es sind Überlegungen vorhanden (Machbarkeitsstudie) den Stausee, den Zeltplatz und das Areal drumherum aufzuwerten. Wie sehen Sie eine eventuelle Aufwertung in diesem Bereich für das Dorf Neuenheerse?


Thomas Arens: Das Areal um den Stausee ist in die Jahre gekommen. Der Zeltplatz genügt nicht mehr modernen Anforderungen die Jugendgruppen und Campinggäste verlangen. Der Stausee selber droht zu verlanden. Am Stausee gab es früher einen Trimm-Dich-Pfad, eine Minigolfanlage, Bootsverleih und Kinderspielplatz. Nichts davon ist mehr da. Eine Aufwertung des Bereiches ist dringend notwendig.

Insbesondere für Familien aus Bad Driburg und Umgebung soll das Areal zukünftig beste Erholungsmöglichkeiten bieten. Eine weitere Möglichkeit für Camping- und Zelttouristen besteht in Bad Driburg nicht.

Ein attraktiver Zeltplatz mit entsprechenden Angeboten am Stausee ist auch wichtig für unser Eggefreibad. Bei gutem Wetter ist das Freibad beliebtes Ziel von Jugendgruppen vom nahegelegenen Zeltplatz.
In der Machbarkeitsstudie sollen zunächst erst mal alle Möglichkeiten der Umgestaltung und Aufwertung aufgezählt werden. Und das immer im Einklang mit der Natur.

 


Frage: Wie gut ist ihrer Meinung nach das Dorf Neuenheerse für eine Zukunft aufgestellt und welche grundsätzlichen Investitionen müssen getätigt werden, damit das Dorf Neuenheerse für die Zukunft gerüstet ist?"


Thomas Arens: Ich glaube, Neuenheerse ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt! 

Was nicht heißt, dass man sich bequem zurücklehnen darf. Man muss ständig an kleinen Rädchen drehen um alles in Bewegung zu halten und nach vorne zu bewegen. 
Die größeren Projekte der nahen Zukunft sind die naturnahe Umgestaltung des Pausenhofes der Grundschule St. Walburga sowie die Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses. 

Weitere große Ziele müssen die Ausweisung von neuen Flächen für die Wohnbebauung sowie der Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetztes sein. 

Nicht vergessen dürfen wir die Kleinsten. Eine Neuorganisation um die Umgestaltung der vorhandenen Spielplätze in Neuenheerse ist in Planung.

 

Wir bedanken uns bei Thomas Arens für das Gespräch und die interessanten Antworten. 

In den nächsten Wochen schauen wir weiter in unsere Region was uns bewegt. Hinweis der Redaktion: Ihr habt aktuelle Informationen und Beiträge? Dann meldet euch bei uns. Gerne nehmen wir eure Beiträge bei uns auf. 

Fragensteller: Tobias Kröger

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