23. Juni 2022 / News aus dem Hochstift

Borkenkäfer-Bekämpfung jetzt mit allen Mitteln voranbringen

Bestände sollen wöchentlich kontrolliert werden

Bildunterschrift: Wald und Holz NRW; Stefan Befeld

In einem gemeinsamen Appell weisen Waldbauernverband NRW und Wald und Holz NRW darauf hin, dass jetzt die entscheidenden Weichen für den weiteren Verlauf der Kalamität gestellt werden. Alle in Frage kommenden Bestände sollen wöchentlich kontrolliert werden. Befallene Fichten sollen unverzüglich aufgearbeitet und das Holz aus dem Wald geschafft werden. Ist ein zeitnaher Abtransport befallener Bäume nicht möglich können als ultima ratio auch Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Die Schäden, die seit dem Jahr 2018 mit dem Sturm Friederike begonnen haben und sich durch weitere Stürme, Dürre und Käferkalamitäten fortentwickelt haben, liegen allein in NRW bei mittlerweile 43 Millionen Kubikmeter Holz und umfassen eine Schadfläche von 115.000 Hektar Waldfläche. Mehr als 50% des Fichtenvorrates in NRW sind seit 2018 zur Kalamität geworden.

Um diesen Trend zu stoppen, haben die Waldbesitzenden in NRW jetzt etwas bessere Ausgangsbedingungen als in den Vorjahren, weil in den letzten Wochen die Aufarbeitungsgeschwindigkeit auf einem Rekordhoch war. Doch werden die Chancen auf eine Beendigung der Kalamität nicht energisch ergriffen, wird sich auch dieses Jahr die Kalamität insbesondere im Fichtenholz weiter fortsetzen. Milliarden Käfer haben in den Bäumen und in den oberen Bodenschichten überwintert und sind mit den steigenden Temperaturen ausgeschwärmt. Neben den starken Flugzahlen des Buchdruckers sind insbesondere auch die Zahlen des Kupferstechers alarmierend. Diese bedrohen auch jüngere Bestände. Zusätzlich zur laufenden Kalamität der Vorjahre haben die Stürme Ylenia, Zeynep und Antonia ca. 0,5 Mio. Festmeter Fichte geworfen. Hinzukommen ca. 1,8 Millionen Fm noch nicht aufgearbeitetes Käferholz aus dem letzten Jahr.

Es herrscht also dringender Handlungsbedarf. In Schwärmphasen müssen alle verfügbaren Kräfte Frischbefall terrestrisch suchen. Das Käferholz muss in den nächsten Tagen und wenigen Wochen aufgearbeitet und aus dem Wald gefahren werden. Forstschutzexperte Dr. Mathias Niesar: „Was wir jetzt nicht schaffen, holen wir nicht wieder auf.“ Ist eine sofortige Abfuhr nicht möglich, müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Jetzt im Sommer ist das Entrinden befallener Stämme eine Option. Eine andere Option ist außerhalb von Schutzgebieten der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes ist es als letztes Mittel außerhalb von Schutzgebieten auch erlaubt, einzelne im Bestand noch lagernde Stämme (Einzelwurf, nur liegende Stämme) mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln, damit die Borkenkäfer nicht ausfliegen können.

Einzelwürfe und kleinräumige Würfe sind oft Ausgangspunkte für die weitere Ausbreitung der Borkenkäfer. Die Aufarbeitung muss von klein nach groß erfolgen. Befallene Einzelbäume und kleine Nester sind zuerst aufzuarbeiten, dann die größeren Flächen. Das komplette bruttaugliche Material muss aus dem Wald herausgeholt oder vernichtet werden. Dazu gehört auch das Restholz.

Jeder Tag zählt. Wer jetzt nicht handelt, ist mitverantwortlich für das Kalamitätsgeschehen 2022. Unverzichtbar ist auch das regelmäßige Monitoring der Bestände. Das können Familienmitglieder oder Freunde übernehmen. Das Monitoring kann auch in den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen oder mit Waldnachbarn organisiert werden. Beim Einsatz externer Kräfte, gibt es ein Förderangebot des Landes (Extremwetterrichtlinie Punkt 2.2.1). Die Holzpreise sind zurzeit gut, insbesondere für frisches Käferholz. Es gibt keinen Grund jetzt nicht zu handeln. Daher der Appell von Wald und Holz NRW und dem Waldbauernverband NRW: Nutzen Sie jede Gelegenheit die weitere Käferausbreitung zu stoppen.

Quelle: Pressemitteilung Wald & Holz NRW

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