10. Januar 2023 / Aus den Schulen

Schüler und SchülerInnen der Gesamtschule besuchten internationales Kolloquium in Tunis

„Dem Gedächtnis der Vergangenheit entspricht die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft

Zu Gast am Elitegymnasium „Lycée Pilote Bourguiba“. Hier im Deutschraum mit den OberstufenschülerInnen

Fotounterschriften: Nr. 1: Die Schüler und SchülerInnen der Q2 mit den Kolleginnen Julia Busse (2.v.l.) und Sabrina Degner (3.v.l.) in Sidi Bou Said

Nr. 2: Zu Gast am Elitegymnasium „Lycée Pilote Bourguiba“. Hier im Deutschraum mit den OberstufenschülerInnen

Ein weiteres Highlight der Oberstufe fand Anfang Dezember statt, als eine Gruppe von 6 SchülerInnen der Q2 unter der Leitung der Kolleginnen Julia Busse und Sabrina Degner die Stadt Tunis besuchte, um dort an einem internationalen Kolloquium teilzunehmen. Hintergrund der Reise ist die Deutsche Besetzung Tunesiens in den Jahren 1942/1943.

Gleich dienstags, einen Tag nach Ankunft, stand der Besuch des dort ansässigen Goethe-Instituts und die Teilnahme am Internationalen Kolloquium auf dem Programm. Unter der Moderation von Dr. Martina Möller aus Paris und Dr. Brahim Mousse von der Université de Carthage, Tunis, stand der Roman „Picola Sicilia“ von David Speck im Fokus der Diskussion. Umrahmt wurde die Veranstaltung von verschiedenen Vorträgen, u.a. von Prof. Dr. Michael Hofmann von der Universität Paderborn.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit allen Beteiligten erkundete die Gruppe die Innenstadt von Tunis und wurde von einem tunesischen Germanistik-Studenten begleitet. Ein gemeinsames Abendessen wurde in einem ehemaligen Wehrmachtsquartier während der Besetzungszeit eingenommen, das zugleich Schauplatz des Romans war.

Am nächsten Tag fand ein Besuch des Elitegymnasiums Lycée Pilote Bourguiba in Tunis statt. Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter, nahm sich dieser viel Zeit und führte die SchülerInnen der Gesamtschule mit ihren Kolleginnen durch „seine“ Schule und stellte den Kontakt zu den dortigen OberstufenschülerInnen her. Hospitiert werden durfte sowohl im Englisch- als auch im Erdkundeunterricht. Nach einem traditionell tunesischen Mittagessen in der schuleigenen Mensa fand am Nachmittag eine Besichtigung der Medina, dem historischen Zentrum der tunesischen Hauptstadt, statt. Mit ihren ca. 700 Denkmälern, gehört sie seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Highlight war die im 9. Jahrhundert erbauten größten und wichtigsten Moschee Tunesiens, der Ez-Titouna-Moschee und die katholische Kathedrale Hl. Vinzenz von Paul. Im Institut français de Tunis klang der für alle aufregende Tag gesellig aus. 

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen eines gemeinsamen Ausflugs nach Karthago, einem Viertel von Tunis. Zusammen mit tunesischen KollegInnen und SchülerInnen wurden Ausgrabungsstätten besichtigt, darunter das römische Amphitheater und die römischen Thermen (Thermes d’Antonin). Für das gemeinsame Mittagessen wurde erneut ein Schauplatz des Romans gewählt: Das Viertel La Goulette, das früher Piccola Sicilia genannt wurde. Ein Besuch des Küstendorfes Sidi Bou Saïd, mit einem herrlichen Blick auf die Küste Tunesiens, stand nachmittags auf dem Programm, bevor sich am Abend dann schon alle voneinander verabschieden mussten. Es war eine herzliche Verabschiedung von der tunesischen Gruppe, verbunden mit einem großen Dank für den warmherzigen Empfang und die sympathische Begleitung; die Reise war für alle ein einzigartiges Ereignis, das - auf Wunsch aller -  gerne wiederholt werden möchte, das nächste Mal dann in Bad Driburg. Alle Tage wurden begleitet von Dr. Cornelia Zierau vom Institut für germanistische Literaturdidaktik von der Universität Paderborn.

Gefördert wurde das Projekt zu 100% vom Deutschen akademischen Austauschdienst (DAAD). Er ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und wird als Verein von den deutschen Hochschulen und Studierendenschaften getragen. Gemäß dem Motto „Wandel durch Austausch“ versteht sich der im Jahr 1925 gegründete DAAD als Förderorganisation, die sich den Herausforderungen des Wandels stellt und diesen dynamischen Prozess prägt. Ziel der Arbeit ist es, durch einen Austausch Verständnis zwischen Völkern und Individuen zu fördern und so einen wichtigen Beitrag zur Friedenssicherung zu leisten.

Schulleiter Simon Tewes ist überzeugt von diesem Projekt: „Als einzige öffentliche weiterführende Schule vor Ort stehen wir für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit. Die Kooperation mit der Universität Paderborn und dem DAAD war für uns als Schule auch in diesem Sinne ein absolutes Highlight. Unseren SchülerInnen der Oberstufe konnten wir Begegnungen und Einblicke in die tunesische Gesellschaft ermöglichen, die von entscheidender Bedeutung für ihre zukünftige Laufbahn sein werden. Wir freuen uns sehr über die weitere Zusammenarbeit mit der Universität und dem DAAD.“ 

Auch Prof. Dr. Hofmann von der Universität Paderborn zeigt sich erfreut: „Die vom DAAD geförderte Tagung zur deutschen Besetzung Tunesiens in Kooperation mit der Universität Karthago war ein wichtiger Meilenstein bei der Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und der Verfolgung der Juden auch in Nordafrika. Auch für die tunesische Gesellschaft ist die Erinnerung an die Leiden jüdischer Tunesier eine Herausforderung. Dem Gedächtnis der Vergangenheit entspricht die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft. Und dies wurde durch die Begegnung von Schülerinnen und Schülern aus Bad Driburg und Tunis gefördert. Dabei ist es gelungen, zum Abbau von Vorurteilen beizutragen und durch persönliche Kontakte Vertrauen und Freundschaft über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg zu fördern. Ich danke der Gesamtschule Bad Driburg für diese exemplarische Kooperation zwischen Schule und Hochschule, die wir in Zukunft sehr gern verstetigen möchten." Eine gemeinsame Nachbesprechung in der Schule mit Frau Dr. Cornelia Zierau und Professor Dr. Michael Hofmann ist für Januar geplant.

Zitate der TeilnehmerInnen:

„Ich finde es war eine sehr tolle Fahrt und man hat in kurzer Zeit viele Informationen erhalten. Wir haben viel erlebt und es war sehr spannend. Die Schüler und Schülerinnen von der tunesischen Schule waren sehr freundlich und es war interessant, eine etwas andere Lernmethode kennenzulernen.“ (Nelly Kosberger)

„Während unseres Aufenthalts haben wir so viel wie eben möglich von Tunis gesehen und erfahren, doch am besten war der Austausch mit den tunesischen Schülern, die uns bei Ausflügen auch begleitet haben. Das Essen dort, insbesondere die Nudeln, waren sehr scharf zubereitet und die Süßigkeiten bzw. die Gebäcke dort sind sehr anders als in Deutschland.“ (Theresa Stork)

 

„Ich finde es war seine Erfahrung wert. Man hat sehr viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Die Besuche der Universität und des Gymnasiums haben uns Einblicke in den Alltag der Schüler*innen und in das dortige Schulsystem verschafft.“ (Lucas Macho)

„Die Fahrt nach Tunis war wirklich eine einzigartige Erfahrung. Der Austausch mit den Schülern und Schülerinnen war wahrscheinlich das Beste. Ich hätte nicht erwartet, dass die Jugendlichen eigentlich genauso wie wir sind, in der Freizeit machen sie genau dasselbe wie wir, auch, dass sie die gleichen Werte wie wir haben. Die Stadt als Mischung von arabischen und französischen Seiten war erstaunlich und hat mich positiv überrascht.“ (Thorben Bertgen)

„Tunesien ist eine andere Welt, die uns durch diese Reise zugänglich gemacht wurde. Unter dem Aspekt der deutschen Besatzung Tunesiens 1942-1943 durften wir an einem aufschlussreichen Kolloquium teilnehmen, das eines der Höhepunkte dieser Reise war. Aber auch der Kontakt zur Kultur und zum tunesischen Leben wurde uns mit einem Schulbesuch und Führung durch Tunis und Umgebung geboten. Ob die Führung durch die Medina oder die Besichtigung einer Moschee – man konnte den Alltag und die Energie hautnah miterleben.“ (Hendrik Laudage)

„Tunesien hat mich nicht nur durch seine Kultur und durch die Ausflüge begeistert, sondern überraschte mich auch mit seiner Gastfreundlichkeit und Offenheit uns gegenüber. Die Reise wird mir immer in guter Erinnerung bleiben.“ (Lena Bergmann)

Quelle: Gesamtschule Bad Driburg

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